Unternehmen reagieren auf Fachkräftemangel
Der demografische Wandel ist in den deutschen Unternehmen angekommen - und zwingt Unternehmensleiter und HR-Verantwortliche, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Das zeigen zwei aktuelle Studien der Beratungshäuser Kienbaum und Towers Watson, die unabhängig voneinander jeweils zwischen 170 und 180 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe zu ihrem Demografiemanagement befragten.
Recruiting und Employer Branding als erste Wahl gegen den Fachkräftemangel
Dabei zeigt sich, dass die Themen Recruiting und Arbeitgeberattraktivität ganz oben auf der Agenda der Maßnahmen stehen. "Die meisten Firmen arbeiten dran, ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern, um sich bei den wenigen auf dem Arbeitsmarkt vorhanden Spezialisten als interessanter Arbeitgeber empfehlen zu können", erklärt Walter Jochmann, Geschäftsführer von Kienbaum Consultants International.
74 Prozent der von Kienbaum befragten Unternehmen geben an, gegenwärtig ihre Kompetenz für das Employer Branding und HR-Recruiting zu steigern, 88 Prozent optimieren ihre diesbezüglichen Prozesse und Instrumente. Unter den von Towers Watson Befragten sind es 69 Prozent, die sich verstärkt dem Recruiting widmen wollen.
Bewerberansprache über Unternehmenswebsites und Online-Jobbörsen
Der überwiegende Teil von ihnen, so die Erkenntnisse der Studienautoren von Kienbaum, setzt in diesem Zusammenhang auf die digitalen Möglichkeiten in der Kommunikation mit potenziellen Mitarbeitern. 98 Prozent der Kienbaum-Befragten nutzen die eigene Karriere-Website als Kommunikationskanal mit ihren Bewerbern. Ähnlich beliebt sind mit 93 Prozent Online-Jobbörsen.
Zwei von drei Unternehmen wollen mögliche Bewerber inhaltlich von sich als Arbeitgeber überzeugen und betreiben Employer PR, indem sie in Print- und Onlinemedien redaktionelle Inhalte veröffentlichen. TV- und Radiowerbung ist für Arbeitgeber dagegen ein sehr unbeliebtes Personalmarketing-Tool: Drei Viertel der Befragten verzichten völlig auf dieses Kommunikationsinstrument.
Wissens- und Gesundheitsmanagement als Reaktion auf den Fachkräftemangel
Doch auch verstärkte Bemühungen, die bereits im Betrieb Beschäftigten zu binden und leistungsfähig zu halten, gehören zu den Reaktionen auf den demografischen Wandel. Als wirkungsvolle geplante Maßnahmen gegen Arbeitskräftemangel nennen die von Towers Watson befragten Unternehmen neben der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität die Umsetzung des Wissensmanagements (46 Prozent) und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung (42 Prozent).
Das bestätigt auch die Kienbaum-Studie: 70 Prozent der Befragten erklärten, sehr stark oder stark auf ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement zu setzen, um die Mitarbeiter halten zu können.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
328
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
294
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
253
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
201
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
140
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1354
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1218
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
113
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
110
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
90
-
Was nach dem Sieg wirklich ankommt
14.07.2026
-
Elektronische Entgeltunterlagen ab 2027: So setzen Sie die neue BVV-Pflicht rechtzeitig um
13.07.2026
-
Zwei Formen der Resilienz
09.07.2026
-
Berufsorientierung auf Augenhöhe
08.07.2026
-
Deel: "Wir können 24/7-Support anbieten"
08.07.2026
-
"Wir sind noch nicht ganz papierfrei"
07.07.2026
-
Reformvorschläge zu Fehlzeiten: Symptombekämpfung statt Heilung
03.07.2026
-
Ergebnisorientierung bremst Entwicklung
02.07.2026
-
Mitarbeiterbindung beginnt bei der Gehaltsabrechnung
02.07.2026
-
So wird BGM vom Maßnahmenkatalog zum Steuerungsinstrument
30.06.2026