17.12.2015 | Führungskräfteentwicklung

Top-Management zeigt sich selbst die rote Karte

Führungskräfte kritisieren die Qualität der Führungskräfteentwicklung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Führungskräfte stellen sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Die strategische Bedeutung einer erfolgreichen Nachfolgeplanung ist bekannt, dennoch fehlt es beim Top-Management häufig am entsprechenden Engagement. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Befragung von 7.500 Führungskräften.

Obwohl 84 Prozent der Befragten selbst Top-Führungskräfte sind, ist fast ein Drittel (32 Prozent) der Ansicht, dass das größte Hindernis für erfolgreiche Führungskräfteentwicklung das fehlende Engagement der Unternehmensleitung ist. Erst danach folgen ein zu geringes Budget, interne Abstimmungsprobleme (beide 26 Prozent) oder die fehlende Verfügbarkeit von Know-how (14 Prozent).

Verbesserungsbedarf beim Weiterbildungsangebot

Nach Ansicht vieler Spitzenmanager benötigt die aktuelle Führungskräfteentwicklung eindeutig Verbesserung. „Viele Führungskräfte sind mit den Angeboten, die ihnen für ihre langfristige Entwicklung gemacht werden, nur unzureichend zufrieden“, so Mathias Kesting, Senior Partner und Spezialist für Leadership & Talent Consulting bei der Beratungsgesellschaft Korn Ferry, die die Studie durchgeführt hat.  Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten Führungskräfte sagen, dass sie die Ergebnisse der laufenden Programme für höchstens ausreichend erachten. Gleichzeitig würden sie nur rund 52 Prozent der aktuellen Trainings- und Entwicklungsprogramme beibehalten.

Passgenaue Programme für Führungskräfte gefordert

Spezifische und maßgeschneiderte Programme sollten mindestens 47 Prozent des Angebots für Führungskräfteentwicklung ausmachen, aktuell ist dies nach Angaben der Befragten nur bei 36 Prozent der Programme der Fall. Trainings mit persönlicher Präsenz und Live-Trainer finden noch zu selten statt in den Entwicklungsprogrammen (37 Prozent zum Gesamtanteil am Weiterbildungsangebot). Viele wünschen sich zudem vor allem zusammenhängende Programmangebote (40 Prozent) gegenüber Einzeltrainings (23 Prozent).

Top-Management muss sich stärker um Führungskräfteentwicklung kümmern

"Dieses Ergebnis hat auch uns überrascht“, sagt Kesting. Es zeige aber auch, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit professioneller Nachfolge- und Führungskräfteentwicklung vorhanden ist. Und dass dieses Bewusstsein sich bereits international herausgebildet hat. Zukünftig sollte das Top-Management eine deutlich stärkere Präsenz zeigen, sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Durchführung von Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung. Denn kein Faktor entscheidet so sehr über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen wie die Verfügbarkeit exzellent ausgebildeter Nachfolger für die Leitungsebene.

Über die Studie

In der Studie „Real World Leadership“ wurden im Sommer 2015 7.500 Führungskräfte in 107 Ländern befragt. 26 Prozent davon waren Vorstände, 31 Prozent Executive/Senior/Vice President, 27 Prozent Direktoren und 16 Prozent in der nachgelagerten Ebene. Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen unter:
http://www.kornferry.com/real-world-leadership

 

Schlagworte zum Thema:  Studie, Führungskräfteentwicklung, Personalentwicklung, Weiterbildung

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