| Recruiting

App, Jobbörse oder Karriereseite: Wo Absolventen suchen

Recruiting-Apps sind bisher kein Erfolgsgarant, um Absolventen einzustellen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Zielgruppe online wie offline passgenau anzusprechen, fordert Recruitern einiges ab. Wenn sie wissen, in welchen Kanälen Bewerber am häufigsten unterwegs sind, hilft ihnen das schon weiter. Eine Umfrage gibt darüber Aufschluss, wo Absolventen nach Jobs und Arbeitgeberinfos suchen.

Hochschulabsolventen nutzen am häufigsten die Website eines Unternehmens, um es als Arbeitgeber kennenzulernen – und das mit großem Abstand: 94 Prozent der Studierenden besuchen die Internetseite eines Unternehmen, wenn sie sich über Stellenangebote und Karriereaussichten informieren möchten, so das Ergebnis der Absolventenstudie von Kienbaum.

Am zweithäufigsten nutzen Absolventen Karrieremessen als Informationsmöglichkeit – das tut allerdings nur die Hälfte der Befragten. Ebenso beliebt sind Online-Jobbörsen, um nach offenen Stellen zu suchen. Recruiting-Apps spielen dagegen praktisch keine Rolle: Nur drei Prozent nutzen diesen Informationskanal.

600 Studenten nach Wünschen befragt

Dies sind Ergebnisse einer Studie der Beratungsgesellschaft Kienbaum zum Absolventenjahrgang 2015. Der Ergebnisbericht liegt der Haufe Online-Redaktion exklusiv vor. Kienbaum hat rund 600 Studierende, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, zu Berufs- und Karrierewünschen befragt; etwa die Hälfte darunter sind angehende Ökonomen.

"Die Absolventen von 2015 gehen auf den Personalmarketing-Hype der Recruiting Apps nicht wirklich ein. Ein anderes Instrument, nämlich eine zeitgemäße Karriere-Website, beweist sich nach wie als das A und O für einen erfolgreichen Arbeitgeberauftritt", sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications, der Agentur für Arbeitgeberkommunikation der Kienbaum-Gruppe.

Absolventen nutzen Informationsmix - gerne aus unabhängigen Quellen

Insgesamt setzen Absolventen auf einen breiten Informations-Mix aus verschiedenen Quellen: Befreundete Mitarbeiter des Zielunternehmens sind für 48 Prozent ein bewährter Weg, um sich über Firmen als Arbeitgeber schlau zu machen. Außerdem nutzt jeder fünfte Absolvent Arbeitgeber-Bewertungsportale wie Kununu, um sich eine Meinung zu bilden. "Wir merken: Mitarbeiter zu Botschaftern der Arbeitgebermarke zu machen, wird immer wichtiger. Das schaffen die Unternehmen mit einem gezielten Internal Branding", so Bethkenhagen.

Weiterhin orientiert sich jeder Fünfte auch an Berichten in Zeitungen oder Zeitschriften. 17 Prozent ziehen Broschüren oder Flyer und sieben Prozent Stellenanzeigen in Tageszeitungen zu Rate, wenn sie nach geeigneten Jobs suchen.

Suchmaschinen-Personalmarketing ist wichtiger Baustein

Ergebnisse in Suchmaschinen wie Google sind für die Suche nach dem Wunscharbeitgeber von großer Bedeutung: 39 Prozent der Absolventen suchen nach Arbeitgebern über Online-Suchmaschinen. "Es ist unerlässlich, als Arbeitgeber an einem guten Google-Ranking zu arbeiten. SEO und SEM bieten auch im Personalmarketing viele Potenziale, die bisher erst wenige Arbeitgeber konsequent nutzen", sagt Erik Bethkenhagen. Erst vor Kurzem hatte Google verkündet, dass in der mobilen Suche über Smartphone oder Tablet künfitg mobil optimierte Seiten im Trefferranking bevorzugt werden (mehr zur mobilen Google-Suche lesen Sie hier). 

Xing und Linkedin deutlich vor Facebook

Wenn es um Informationen über ihren potenziellen Arbeitgeber geht, frequentieren Absolventen sogenannte Business Networks wie Xing und Linkedin doppelt so häufig wie private soziale Netzwerke: Ein Drittel der Befragten nutzt solche Business-Netzwerke, um potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen, während dies nur elf Prozent der Befragten via Facebook und Co. tun.

"Unternehmen können anhand des Informationsverhaltens von Absolventen HR-Kommunikation für diese Zielgruppe klar priorisieren: Am wichtigsten ist eine repräsentative und informative Karriere-Website. Es folgt ein ausgewogener Mix aus Messeauftritten, Online-Anzeigen, Suchmaschinenergebnissen und persönlichen Informationen, zum Beispiel von eigenen Mitarbeitern", resümmiert Bethkenhagen.

Haufe Online Redaktion

Absolventen, Recruiting, Talent Management