16.09.2014 | Recruiting

Ausländische Fachkräfte: Plus beim Finden, Probleme beim Binden

Viele deutsche Unternehmen holen ausländische Fachkräfte an Bord, können sie aber nicht langfristig halten.
Bild: image club graphics, inc.

Immer mehr Unternehmen setzen auf ausländische Fach- und Führungskräfte, so eine Studie. Vor allem in IT und Controlling sind Auslandsrekrutierungen beliebt. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch: Die Firmen haben weiterhin Schwierigkeiten, die internationalen Spezialisten an sich zu binden.

Jedes zweite Großunternehmen beschäftigt schon ausländische Mitarbeiter; über alle Unternehmensgrößen hinweg tut dies jeder sechste Arbeitgeber. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Bitkom Research im Auftrag des Business-Netzwerks Linkedin. Im Vergleich zur Vorjahresstudie bedeutet dies einen Zuwachs an Auslandsrekrutierungen von vier Prozent über alle Unternehmensgrößen hinweg. Der Branchenverband befragte für die diesjährige Studie 1.030 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit dem Finden und Binden ausländischer Fach- und Führungskräfte.

Ein Drittel sucht nur der Diversity-Strategie wegen ausländische Mitarbeiter

Auch künftig soll die Personalgewinnung im Ausland in den Unternehmen eine Rolle spielen. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen: Während bei den Großen knapp zwei Drittel aktuell planen, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren, sind es über alle Branchen hinweg im Schnitt nur elf Prozent.

Als Gründe dafür, dass sie Mitarbeiter aus dem Ausland anwerben, geben 60 Prozent der befragten Personaler an, dass sie in Deutschland nicht genügend qualifizierte Bewerber finden. Doch auch andere Faktoren spielen dabei eine Rolle: 39 Prozent der Unternehmen erhoffen sich über internationale Mitarbeiter Kontakte in bestimmte Märkte. Ein knappes Drittel setzt offenbar nur deshalb auf internationale Kollegen, weil die Diversity-Strategie des Unternehmens dies vorsieht. Jedes siebte Unternehmen sucht im Ausland Mitarbeiter mit Qualifikationen, wie spezielle Studienabschlüsse, die es in Deutschland nicht gibt.

Fachkräfte nutzen Deutschland als Sprungbrett

Für welche Bereiche die Unternehmen die Expertise aus dem Ausland suchen, zeigt die Studie ebenfalls: Eingestellt werden sollen vor allem IT-Fachkräfte (53 Prozent) und Controller (52 Prozent). Des Weiteren werben die Recruiter im Ausland um Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung (31 Prozent), den Vertrieb (28 Prozent) sowie Marketing und Einkauf (je 22 Prozent).

Sind die begehrten Fachkräfte erst einmal an Bord, gilt es, sie längerfristig ans Unternehmen zu binden. Doch hiermit tun sich die deutschen Firmen noch schwer. Zwei Drittel der ausländischen Fach- und Führungskräfte (69 Prozent) bleiben der Studie zufolge höchstens vier Jahre lang im Unternehmen. Doch nicht alle kehren anschließend in ihr Heimatland zurück: Jedes vierte Unternehmen berichtet, dass ausländische Fachkräfte den Aufenthalt in Deutschland als Sprungbrett für den Wechsel in ein bevorzugtes Zielland wie die USA nutzen.

Solange die Fachkräfte in Deutschland leben und arbeiten, scheinen die Unternehmen jedoch mit deren Leistung mehr als zufrieden zu sein: Alle Befragten geben an, dass ihre ausländischen Mitarbeiter nach angemessener Einarbeitung die gleiche Arbeitsleistung wie vergleichbar qualifizierte deutsche Mitarbeiter erbringen.

Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie in unserer Bilderstrecke.

Die kompletten Studienergebnisse stehen hier zum Download bereit.

Hier geht's zur Bilderserie "Ausländische Fach- und Führungskräfte finden und binden"

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Ausländische Fachkräfte, Mitarbeiterbindung

Aktuell

Meistgelesen