Der Gesundheitsbranche gehen die Fachkräfte aus
Der sich verschärfende Fachkräftemangel erschwert die Gewinnung von Topmitarbeitern für die Schlüsselpositionen in Unternehmen der Gesundheitswirtschaft zusätzlich: Rund die Hälfte der 300 für die Kienbaum-Studie befragten Personalverantwortlichen in der Gesundheitsbranche gibt an, dass sich der Mangel an geeigneten Fachkräften in ihrem Unternehmen stark oder eher stark bemerkbar macht. Lediglich zwölf Prozent sind davon eher schwach betroffen. Die größten Schwierigkeiten haben die Unternehmen bei der Rekrutierung von Fachpersonal mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung: 55 Prozent der Befragten bewerten die Gewinnung dieser Mitarbeiter als schwierig.
Für die nächsten Jahre erwarten die Verantwortlichen eine weitere Zuspitzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt: 91 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es für ihr Unternehmen in fünf Jahren noch schwerer sein wird, geeignetes Personal zu rekrutieren.
Online-Anzeigen sind bevorzugter Rekrutierungsweg
Die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft ergreifen vielfältige Maßnahmen, um angesichts des grassierenden War for Talent ihre Rekrutierung erfolgreicher zu gestalten: Zu den gängigen Rekrutierungsinstrumenten gehören Anzeigen auf der eigenen Firmen-Website mit 98 Prozent und Stellenangebote in Online-Jobbörsen mit 79 Prozent. Auf externe Personaldienstleister greifen bislang nur zwölf Prozent der Befragten zurück; davon nutzt ein Viertel häufig die Dienste von Personalberatern und 44 Prozent von Zeit- und Leiharbeitsfirmen.
Internationale Rekrutierung wird immer wichtiger
Immer mehr Unternehmen der deutschen Healthcare-Branche schauen sich wegen des teils leergefegten deutschen Arbeitsmarkts nach internationalen Bewerbern um: Zwar schätzen derzeit nur 17 Prozent der befragten Personalverantwortlichen die Rekrutierung von internationalem Personal als sehr wichtig oder wichtig ein, doch knapp die Hälfte prognostiziert, dass sie diesen Weg künftig einschlagen wird.
Unternehmen wollen Arbeitgeberimage aufpolieren
Viele Unternehmen setzen zudem auf die Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber, um im Wettbewerb um die besten Talente erfolgreich zu sein: 79 Prozent der Studienteilnehmer sind der Ansicht, dass die Bedeutung der Arbeitsattraktivität in den kommenden fünf Jahren sehr wichtig werden wird. Einige Firmen haben hier aber noch Nachholbedarf, denn 31 Prozent haben sich zwar mit dem Thema Arbeitgeberattraktivität beschäftigt, jedoch noch keine konkreten Maßnahmen implementiert. Broschüren und spezielle Karriere-Websites sind bei den befragten Personalverantwortlichen die bevorzugten Instrumente, um ihr Image als Arbeitgeber zu verbessern.
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