Von neuen und unerkannten Kompetenzprofilen
Die Digitalisierung stellt nicht nur die Unternehmen vor Herausforderungen. Auch die Mitarbeiter sehen sich neuen Aufgaben gegenüber, bei denen zunehmend Digitalkompetenz gefragt ist. Um diese Fähigkeiten effektiv entwickeln zu können, sollten Unternehmen zunächst feststellen, wo die Mitarbeiter stehen. Denn am Kompetenzniveau der Belegschaft entscheidet sich, welche Weiterbildungsmaßnahmen zielführend sind.
Digitalisierung sorgt für Weiterbildungsbedarf
Gerade in technologienahen Branchen scheint es daher angebracht, den Wissens- und Fähigkeitsstand der Mitarbeiter ständig im Blick zu halten. Schließlich sorgt schon die rapide Technologieentwicklung für ständige Veränderungen in den Arbeitsabläufen.
Der Kundendienst Verband Deutschland (KVD), der unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Medizintechnik vertritt, hat hierzu eine Studie vorgelegt.
Systematisches Vorgehen bei der Kompetenzerfassung?
Die gute Nachricht ausnahmsweise zuerst: 70 Prozent der berücksichtigten 207 Unternehmen erfassen zumindest einmal im Jahr systematisch die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter. Das klingt zunächst erfreulich. Doch im Umkehrschluss wird das Problem deutlich: 19 Prozent der Studienteilnehmer nehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter nur unregelmäßig auf; 9 Prozent gar nicht. Somit erfülle über ein Viertel der befragten Unternehmen nicht einmal die Grundvoraussetzung zur Förderung der Mitarbeiter, warnen die KVD-Forscher.
Vernetzte Welt, vernetztes Denken
Dieses Defizit sieht der KVD mit Sorge, denn die Arbeit würde nicht nur immer komplexer, sondern erfordere auch veränderte Kompetenzprofile: Den stärksten Bedeutungszuwachs verzeichnen die Studienverantwortlichen beim vernetzten Denken und Handeln sowie im Bereich der Datenanalyse und -auswertung. Aus diesem Ergebnis schlussfolgern die KVD-Forscher, dass ihre Klientel, die Servicetechniker, künftig weniger Spezialisierung in ihrem Aufgabenfeld zu erwarten hätten. Vielmehr seien ein höheres Kompetenzniveau und damit auch angepasste Entwicklungsmaßnahmen notwendig.
Parallel-to-the-job-Methoden: Lernen am Arbeitsplatz
Die Weiterbildungsangebote der Unternehmen hat der KVD ebenfalls untersucht. Laut der Erhebung sei die Tendenz hier eindeutig: Der Trend gehe zu sogenannten "Parallel-to-the-job-Methoden" wie etwa Coaching oder Mentoring. Bereits 68 Prozent der befragten Unternehmen setzten diese Methoden ein, stellen die Forscher fest. Künftig würde die arbeitsorientierte Kompetenzentwicklung jedoch noch an Bedeutung gewinnen und damit gleichbedeutend mit den sogenannten "Off-the-job-Methoden", also beispielsweise externen Seminaren. Die Einschätzung des KVD lautet daher: das Lernen im Prozess der Arbeit und damit auch die lernfördernde Gestaltung der Arbeit werden künftig immer wichtiger.
Mehr zum Thema Weiterbildung:
Soziale Kompetenz: Soft Skills bleiben auf den internationalen Arbeitsmärkten gefragt
Personalentwicklung: Weiterbildung in der digitalisierten Arbeitswelt
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
424
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
201
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
188
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
186
-
HR-Software-Ranking der 25 größten Anbieter
182
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
126
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1088
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1064
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
77
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
59
-
Workforce Management – weit mehr als Personaleinsatzplanung
25.09.2026
-
Der Abschluss-Check
25.09.2026
-
HR-Tech zwischen Vision und Praxis
24.09.2026
-
Azubi-Recruiting 2026 – Generation Alpha sucht persönlichen Kontakt
23.09.2026
-
Der Verbindlichkeits-Anker
18.09.2026
-
Digitaler Vorreiter mit Selbstzweifeln: HR unterschätzt die eigene Stärke
17.09.2026
-
Weihnachtsgeschenke für Mitarbeitende: 7 Ideen, die Freude machen
16.09.2026
-
Einstellungen verändern reicht nicht
16.09.20261
-
Fair Pay zwischen Strategie, Change und Compliance
16.09.2026
-
Mit dem Fokus auf Skills Arbeit neu denken
16.09.2026