Abstand zwischen Wohn- und Arbeitsort wächst
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ermittelt, dass die mittlere Pendeldistanz von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Zeitraum von 2000 bis 2014 von 8,7 auf 10,5 Kilometer gestiegen ist. Immer mehr Personen müssen zwischen 10 und 50 Kilometer täglich zurücklegen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen.
Pendeldistanzen steigen mit der Qualifikation
Demnach sind die Pendeldistanzen bei Personen ohne Berufsabschluss um 22 Prozent gestiegen, bei Personen mit Berufsabschluss um 18 Prozent. Hochqualifizierte, die mit 14,5 Kilometer im Mittel den weitesten Weg zum Job zurücklegen, verzeichnen mit sieben Prozent die geringste Steigerungsrate. Als einen Grund für die immer größeren Entfernungen zum Arbeitsplatz nennen die Arbeitsmarktforscher gestiegene Mieten in den Innenstadtbereichen der Großstädte. Dies sorge für Umzüge in die Vorstadt und erfordere auch von Personen mit geringerem formalen Bildungsniveau eine höhere regionale Flexibilität.
Auch regionale Unterschiede bei den zurückgelegten Distanzen
Von den untersuchten Berufsgruppen die größten Pendeldistanzen zurücklegen müssen mit 18 Kilometern im Mittel Ingenieure und Ingenieurinnen. Männer fahren weiter als Frauen, Arbeitnehmer in den dicht besiedelten Regionen um Düsseldorf, Dortmund und Essen legen geringere Distanzen zurück als im Umland von Großstädten wie München oder Berlin.
Die Grundlage der Untersuchung bildeten Daten zu Wohnort und Arbeitsort, die im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung für sozialversicherungspflichtig und geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer erhoben werden.
Neu sind diese Erkenntnisse nicht: Schon in den vergangenen Jahren hatten Studien festgestellt, dass immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland pendeln müssen und dafür immer weitere Wege zurücklegen. Da die Auswirkungen des Pendelns auf die Gesundheit der Arbeitnehmer erheblich sind, werden die Forderungen nach flexiblen Arbeitszeitmodellen und besseren Bedingungen für Pendler lauter.
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