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Was Gegenangebote bei Kündigungen nützen

Mitarbeiter müssen abwägen: Zwischen Kündigungsgründen und offeriertem Gegenangebot.
Bild: Haufe Online Redaktion

Zwei von fünf Deutschen suchen einen neuen Job. Viele Arbeitgeber versuchen den wechselwilligen Mitarbeiter mit einem Gegenangebot zu halten. Doch es bleibt fraglich, ob das wirklich hilft.

Immerhin 18 Prozent der Deutschen suchen derzeit aktiv einen neuen Job. Entweder, weil sie ohne Beschäftigung sind (elf Prozent), oder weil sie dringend den Arbeitgeber wechseln wollen (sieben Prozent). Weitere 22 Prozent schauen sich zumindest regelmäßig nach Jobs um, auch wenn sie es mit dem Wechsel nicht eilig haben. Damit sind 40 Prozent der Bundesbürger einem Wechsel nicht abgeneigt. Nur 38 Prozent sind mit ihrer derzeitigen Berufssituation zufrieden. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie "Jobsuche" des Personaldienstleisters Manpower Group, für die 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden.

Drei Viertel der Personaler unterbreiten ein Gegenangebot

Kündigt ein Mitarbeiter, unterbreiten heutzutage 76 Prozent der Personalverantwortlichen in Deutschland ein Gegenangebot. Das zeigt eine Studie  unter 200 HR-Managern von Office Team. Rund ein Drittel der insgesamt 200 befragten HR-Manager merkt sogar an, dass im Vergleich zu 2008 deutlich mehr Gegenangebote vorgelegt werden.

Die Studie hat auch untersucht, mit welchen Anreizen Arbeitgeber versuchen, die Kündigung eines Mitarbeiters abzuwenden. In den meisten Fällen (56 Prozent) bieten die Arbeitgeber abwanderungswilligen Fachkräften ein höheres Gehalt. Weiterhin werfen 46 Prozent höhere Flexibilität, etwa Gleitzeiten oder die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, in die Waagschale. Ein größerer Verantwortungsbereich und höhere Bonuszahlungen sind ebenfalls beliebte Inhalte eines Gegenangebots; sie werden in 36 Prozent beziehungsweise 28 Prozent der Fälle offeriert.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Entscheidung für einen Arbeitsplatzwechsel nicht primär auf Gehaltsfragen zurückzuführen ist. Die drei häufigsten Kündigungsgründe von Arbeitnehmern sind demnach eine unausgeglichene Work-Life-Balance (45 Prozent), eine hohe Arbeitsbelastung und Stress (38 Prozent) sowie mangelnde Anerkennung oder Unzufriedenheit über das Gehalt (33 Prozent). Entsprechend geben 53 Prozent der befragten HR-Manager an, dass nicht einmal jeder vierte Mitarbeiter das Angebot annimmt, wenn er sich im Vorfeld bereits für einen Jobwechsel entschieden hat.

Print-Stellenanzeigen noch immer von Bedeutung

Wer also dann wieder neue Mitarbeiter suchen muss, kann noch immer eine Print-Anzeige schalten. Laut der Manpower-Studie "Jobsuche" sind die Tageszeitungen die beliebteste Informationsquelle für Jobsuchende. 57 Prozent derer, die dringend oder auch nur sporadisch nach einer neuen Tätigkeit suchen, durchforsten dafür die Stellenanzeigen in Tageszeitungen. An zweiter Stelle folgen Internet-Suchmaschinen wie Google (49 Prozent) vor den Online-Jobbörsen der Arbeitsagentur auf Platz 3 (48 Prozent) und speziellen Internetportalen wie Monster oder Stepstone an vierter Position (46 Prozent). 38 Prozent greifen auf ihr persönliches Netzwerk zurück, 34 Prozent recherchieren direkt auf den Internetseiten von potenziellen neuen Arbeitgebern und 13 Prozent nutzen ihr Online-Netzwerk auf Xing oder Linkedin.

Deutsche bewerben sich am liebsten per E-Mail

Beim Versand von Bewerbungen wird die E-Mail am häufigsten genutzt. 31 Prozent der Kandidaten ziehen diesen Übermittlungsweg allen anderen vor, so ein weiteres Ergebnis der Manpower-Studie Erst an zweiter Stelle kommt für 27 Prozent die klassische Bewerbungsmappe per Post. Fast jeder Vierte (23 Prozent) gibt seine Bewerbung persönlich vor Ort ab. Onlinebewerbungen über Jobportale akzeptieren die Bewerber nur, wenn sie nicht mühsam alle Daten in ein Online-Formular eingeben müssen. Neun Prozent geben an, dass sie die Bewerbungsunterlagen komplett hochladen wollen.

Haufe Online Redaktion

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