| Konjunkturabschwung

Konzepte für krisenfeste Personalarbeit

Die Zeichen stehen auf Sturm. Aber egal, ob eine Krise kommt oder nicht: Personalabteilungen müssen sich immer krisenbereit aufstellen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle haben ihre Konjunkturprognosen gesenkt. Der deutsche Arbeitsmarkt boomt nicht mehr. Von einer Krise zu sprechen, ist verfrüht. Eine krisensichere Personalarbeit kommt nie zu früh. Wir geben Tipps.

Die Wirtschaft schwächelt, viele Unternehmen fürchten in den kommenden Monaten eine Auftragsflaute. Zum vierten Mal in Folge sank auch der wichtige Ifo-Index.  Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, räumte beim der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen ein, dass die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nachlasse.

Bisher verzeichnet die BA aber trotz der schwächeren Konjunktur noch keine verstärkte Nachfrage von Unternehmen nach Kurzarbeit. Aktuell bezögen etwa 65.000 Beschäftigte das sogenannte Konjunktur-Kurzarbeitergeld, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. In der Finanzkrise 2008/2009 hatten zeitweise bis zu 1,6 Millionen Menschen kurzgearbeitet.

Kurzarbeiterregelung wieder gefordert

Der scheidende Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hat sich aber für eine erneute Öffnung der Kurzarbeiterregel ausgesprochen. "Eine konjunkturelle Abschwächung werden wir auf jeden Fall bekommen", sagte Kannegiesser der "Neuen Westfälischen Zeitung" aus Bielefeld. Zwar wisse niemand, ob den Unternehmen eine länger dauernde Schwächephase bevorstehe. "Aber wir sollten die Kriseninstrumente bereit machen, um dann gegebenenfalls rasch handeln zu können, mit dem Ziel von Beschäftigungssicherung." Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber hat bereits die Wiedereinführung der lockeren Regeln zur Kurzarbeit verlangt.

Und die Schlagzeilen über Unternehmen, die schon Personal abbauen, häufen sich wieder. Aktuellstes Beispiel: Opel will offenbar 1.000 Stellen abbauen. Der Betriebsrat dementiert noch, aber das Unternehmen bestätigt zumindest den Plan, Personalkosten senken zu wollen. Weltweit sorgte Hewlett Packard mit der Ankündigung, 29.000 Stellen streichen zu wollen, für Aufsehen.

Jetzt die Vorbereitungen treffen

"What goes up ... must come down", zitierten einmal Change-Berater Martin Claßen und Dieter Kern von Mercer im Personalmagazin (Ausgabe 12/2011) den Hit von Alan Parsons Project. Was sie damit sagen wollten: Die nächste Krise kommt bestimmt. Wer dann nicht wieder überhastet Kosten einsparen will braucht eine langfristig angelegte, krisenfeste Personalarbeit.

Dafür haben Kern und Claßen im Personalmagazin eine Checkliste veröffentlicht, mit der Personaler überprüfen können, ob ihre Abteilung schon gut aufgestellt ist.

Überlegen Sie, ob und wie viele der aufgeführten Punkte, Sie erfüllen. Die Möglichkeiten, sich krisenbereit aufzustellen, steigen mit zunehmender Punktzahl.

Selbstdiagnose

Antwort

Die Personalbetreuungsquote liegt bei 1:100 (oder ist sogar schlanker).

ja/nein

"Simplify HR" ist die Leitlinie der Personalarbeit.

ja/nein

Der Kern des Personalmanagements ist durch Sollbruchstellen abgesichert.

ja/nein

Externe Leistungen werden professionell eingekauft.

ja/nein

Das HR-Service-Delivery-Modell wird permanent optimiert.

ja/nein

Leistungs- und Ergebnisorientierung ist Basis der Selbstbeurteilung.

ja/nein

Leitbilder, Grundsätze und Werthaltungen sind das Rückgrat der Personalarbeit.

ja/nein

Das HR-Image im Business ist gut (oder sogar sehr gut).

ja/nein

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