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| Interimmanagement

Vom Lückenfüller zum strategischen Change Manager

Die Zeiten, in denen Interim-Manager kurzfristig Besetzungslücken gefüllt haben, sind laut Studie vorbei.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Rolle von Interimmanagern hat sich über die vergangenen Jahre verändert, so eine Studie: Nur noch die wenigsten füllen kurzfristig Besetzungslücken. Am häufigsten werden die Manager auf Zeit demnach im Change Management eingesetzt – und sollen dafür ergebnisorientierte Strategen sein.

Ein Drittel aller Interimmandate in Europa ist inzwischen im Change-Management angesiedelt, so lautet ein zentrales Ergebnis des "Europäischen Interim-Management Reports", für das der Personalberater Executives Online europaweit rund 1.600 Interimmanager befragt hat. Darüber hinaus gehören demnach auch das Krisenmanagements und die Überbrückung für zeitweilige Qualifikations- und Kompetenzlücken zu den häufigsten Aufgaben der Manager auf Zeit. Früher hätten die Unternehmen sie dagegen überwiegend für Sanierungsaufgaben und Krisensituationen ins Unternehmen geholt.

Gesucht: Strategie, Ergebnisorientierung und Spezialkenntnisse

Eher selten sollen die temporären Fachkräfte heute eine Lückenfüllerfunktion erfüllen, so die Studie: Der Einsatz zur Überbrückung bis zur Einstellung eines festen Mitarbeiters sowie die Überbrückung zeitweiliger Abwesenheiten machen heute jeweils nur vier und fünf Prozent der Mandate aus.

Welche Kompetenzen die Interimmanager für diese Aufgaben am meisten benötigen, war ebenfalls Gegenstand der Befragung. Demnach halten 23 Prozent der befragten Führungskräfte strategische Kenntnisse für entscheidend bei ihrer Tätigkeit; fast ebenso viele (21 Prozent) die Ergebnisorientierung. Die Studienautoren sehen in der Strategieorientierung der Interimmanager einen Beleg, dass diese zunehmend als eine Art Unternehmensberater fungieren.

Tagessatz ist in den vergangenen Jahren um zwei Prozent gestiegen

Neben strategischen Fähigkeiten und einer ausgeprägten Ergebnisorientierung müssen Interimmanager heute immer mehr über Spezialkenntnisse verfügen, so ein weiteres Ergebnis der Studie: 52 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, sie würden allein wegen fachlicher Spezialkenntnisse oder auch funktionsbezogen beauftragt.

Gerade in kleinen Unternehmen können diese zusätzlichen Kenntnisse entscheidend sein, denn bei einer kleinen Belegschaft können sich die Manager nicht darauf verlassen, dass in allen Situationen Spezialkenntnisse vor Ort vorhanden sind. Der Umfrage zufolge steht knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent)  im Arbeitsalltag vor dieser Herausforderung, denn so viele kommen von kleineren Unternehmen.

Wirtschaftlich scheint es den Interimmanagern indes offenbar gut zu gehen, denn laut Studie ist ihr durchschnittlicher Tagessatz seit der letzten Umfrage im Jahr 2011 um 2,1 Prozent gestiegen.

Haufe Online Redaktion

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