Beziehungsbarometer: Manche Mitarbeiter sehen ihren Chef nur einmal pro Monat
Für sein „Beziehungsbarometer“ fragte Sodexo, Anbieter für betriebliche Sozialleistungen und Incentives, 1.000 deutsche Arbeitnehmer nach ihrer Beziehung zum Arbeitgeber. Im Fokus stand diesmal die gemeinsame Zeit, die Chef und Mitarbeiter miteinander verbringen und wie gut der Austausch funktioniert und wie zufrieden die Mitarbeiter mit ihrer Arbeitszeit sind.
Ein Drittel hat nur ein- bis zweimal pro Monat Kontakt mit seinem Vorgesetzten
Für eine glückliche Beziehung reicht es nicht aus, wenn Partner einfach nur Zeit miteinander verbringen. Auch in nächster Nähe kann man sich auseinanderleben, wenn keine Kommunikation stattfindet. Am Arbeitsplatz gilt das ebenso: Ein Nebeneinanderher-Leben führt schnell zum Tod der Beziehung, wenn kein richtiger Austausch zwischen Chef und Mitarbeitern stattfindet. Über ein Drittel aller Befragten, 34 Prozent, haben höchstens ein- bis zweimal im Monat persönlich Kontakt mit ihrem direkten Vorgesetzen – 13 Prozent treffen ihn oder sie sogar überhaupt nicht. Immerhin 44 Prozent sprechen ihren Chef ein oder mehrmals die Woche. Allerdings sind nur 22 Prozent in der glücklichen Position einen regelmäßigen Austausch mit ihrem Vorgesetzten zu pflegen und stehen jeden Tag mit ihm im Kontakt.
Persönlicher Austausch schafft Verbundenheit
„Führungskräfte müssen auf jeden Fall den Kontakt zu ihren Mitarbeitern pflegen“, sagt George Wyrwoll. „Dies gehört zu einer wertschätzenden Arbeits- und Unternehmenskultur einfach dazu. Der Austausch schafft Nähe und Verbundenheit und gibt dem Chef eine Gelegenheit, seine Mitarbeiter zu bestärken.“
Männer verbringen mehr Zeit am Arbeitsplatz als Frauen
Insgesamt investieren die deutschen Arbeitnehmer viel Zeit in ihre Beziehung zum Arbeitgeber. 49 Prozent der Befragten arbeiten mindestens 40 Stunden die Woche. Etwa jeder fünfte Arbeitnehmer verbringt sogar mehr als 40 Stunden wöchentlich am Arbeitsplatz. Die Männer sammeln hier die meisten Stunden. Während 26 Prozent der Männer mehr als 40 Wochenstunden arbeiten, sind es bei den Frauen nur elf Prozent.
Je weniger Wochenstunden, desto höher der Frauenanteil
Dies ist wenig überraschend, denn Frauen dominieren klar den Teilzeitbereich – 61 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten mit weniger als 40 Wochenstunden sind Frauen. Und: Je weniger Wochenstunden, desto höher der Frauenanteil. Bei maximal 30 Wochenstunden sind nur noch ein Viertel der Arbeitnehmer Männer.
Work-Life-Balance: Auch Auszeiten sind wichtig
Gemeinsame Zeit ist wichtig, aber eine Beziehung ist nur dann glücklich, wenn jeder auch ausreichend Zeit für sich selbst hat. Genau dasselbe gilt natürlich auch am Arbeitsplatz. Etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, 52 Prozent, sind auch durchaus zufrieden mit ihren Arbeitsstunden. Besonders Arbeitnehmer mit 20 Wochenstunden geht es mit der Regelung sehr gut und sie zeigen sich mit 58 Prozent am zufriedensten von allen Arbeitnehmern. Wer jedoch wöchentlich mehr als 50 Stunden arbeiten muss, hat kaum noch Zeit für sich selbst. Nur 48 Prozent dieser Arbeitnehmer sind zufrieden.
Mehr als ein Drittel würde gern weniger arbeiten
Insgesamt 57 Prozent aller Arbeitnehmer mit weniger als 40 Wochenstunden können sich vorstellen mehr zu arbeiten, aber der Arbeitgeber lässt das nicht zu. 36 Prozent aller Arbeitnehmer würden jedoch gerne weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Ihr Wunsch scheitert allerdings an den Vorstellungen ihrer Arbeitgeber – oder an einem zu niedrigen Einkommen bei einer reduzierten Stundenzahl. So bemängeln auch 36 Prozent aller Befragten, dass sie durch den Job kaum noch Zeit für ihre privaten Interessen haben. Naturgemäß wächst dieser Anteil, je mehr Wochenstunden beim Arbeitgeber verbracht werden.
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