Gezielte Weiterbildung: BMAS erstellt Kompetenz-Kompass

Die Weiterbildung steht im Fokus aller Unternehmen, die sich und ihre Mitarbeiter für die digitale Gegenwart und Zukunft wappnen wollen. Um Orientierungspunkte zu schaffen, welche Kompetenzen dabei wichtig sind und werden, hat das Arbeitsministerium sowie die IG Metall Analyseprojekte gestartet.

"Wenn wir wollen, dass die Beschäftigten von heute auch die digitale Arbeit von morgen machen können, ist Weiterbildung die zentrale Antwort", so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. "Um zu wissen, in welche Richtung Weiterbildung und Qualifizierung führen sollen, müssen wir aber wissen, wie die Arbeit von morgen aussieht und welche Kompetenzen gefragt sind. Wir brauchen einen Kompass für die digitale Arbeitswelt“, erklärt Heil bei der Veranstaltung zum Projektstart in Berlin.

Heil, Hubertus
Hubertus Heil stellte das Projekt Kompetenz-Kompass vor.


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Kompetenz-Kompass für die digitale Weiterbildung

Das Forschungsprojekt "Kompetenz-Kompass" wurde vom BMAS im Rahmen des Zukunftsdialogs "Neue Arbeit – Neue Sicherheit" initiiert. Dazu fördert das BMAS zunächst eine Machbarkeitsstudie am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In ihr werden die Branchen Maschinenbau,  Informationsdienstleistungen sowie Gesundheits- und Sozialwesen untersucht.

Ziel des Projekts ist es, anhand auf Grundlage von Unternehmens- und Beschäftigtendaten branchenspezifische Erkenntnisse herauszuarbeiten, die Schlussfolgerungen über zukünftige Kompetenzbedarfe in der betrieblichen Breite ermöglichen.

Datenanalyse zu den digitalen Kompetenzen der Zukunft

Dafür nutzen die Projektmitarbeiter zwei Verfahren: Das erste Verfahren vergleicht die Berufs- und Kompetenzstruktur von konventionell produzierenden Betrieben mit denen von digitalen Pionier-Betrieben. So soll ermittelt werden, welche Kompetenzen zukünftig erforderlich sein werden. Hier wird davon ausgegangen, dass sich die Berufsstruktur und Kompetenzprofile in Betrieben, in denen bereits moderne Technologien eingesetzt werden, schon an den Erfordernissen der digitalisierten Arbeitswelt orientiert.

Das zweite Verfahren setzt auf die Auswertung von Stellenausschreibungen. Bei diesem Ansatz wird angenommen, dass Kompetenzen und Zertifikate, die im Vergleich zu früher vermehrt in Stellenausschreibungen genannt werden oder neu in den Ausschreibungen verankert sind, auch künftig auf dem Arbeitsmarkt häufiger nachgefragt werden. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen Ende September 2019 vorliegen.

IG Metall erforscht mit Transformationsatlas die Zukunftkompetenzen

Die IG Metall hat mit ihrem Transformationsatlas ebenfalls damit begonnen, gemeinsam mit Betriebsräten und Vertrauensleuten den Stand der digitalen Transformation und die Auswirkungen auf die Beschäftigten systematisch zu erfassen. Auch dieses Projekt zielt darauf ab, die künftig nachgefragten Kompetenzen zu identifizieren, um Orientierungspunkte zu schaffen, in welche Richtung weitergebildet werden sollte.

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, erläutert dazu: "Erste Trends unseres Transformationsatlas zeigen: Viele Betriebe sind für die Transformation nicht einmal ansatzweise gerüstet. Die Unternehmen müssen dringend strategischer planen – beim Personal und bei ihren Produkten. Aber es wird auch einer aktiven Arbeitsmarktpolitik bedürfen. Hier sind auch neue Instrumente gefordert, wie ein Transformations-Kurzarbeitergeld."

Jörg Hofmann, IG Metall
Die IG Metall erstellt einen Transformationsatlas für Deutschland, wie der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann erläuterte.

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Upskilling in der digitalen Arbeitswelt 

Mit der Frage, welche Kompetenzen für die Digitalisierung wichtiger werden, beschäftigen sich zahlreiche weitere Studien und Projekte. Einen Überblick dazu bietet der Artikel "Mit dem strategischen Blick von oben" im Personalmagazin, Ausgabe 04/2019. Diese Ausgabe dreht sich um das Schwerpunktthema "Upskilling - Die Antwort auf den digitalen Wandel".

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