Generation Z hat hohe und selbstbewusste Karriereziele
Nicht zuletzt das abweichende Wahlverhalten der Erstwählerinnen und Erstwähler ließ die Generation Z, die Geburtskohorte zwischen 1997 und 2010, in den Fokus rücken. Eine der zentralen Fragen ist, wie sie zu ihrem künftigen Berufsleben stehen. Um ein Stimmungsbild zu ihren Karriereerwartungen zu erhalten, führten Jobvalley und das Department of Labour Economics der Maastricht University im März und April 2021 eine deutschlandweite Studie mit rund 12.000 Studierenden durch. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 24,7 Jahren.
Mehrheit sieht gute Jobchancen und strebt Führungsposition an
Mehr als zwei Drittel aller befragten Studenten (69,8 Prozent) und Studentinnen (68,3 Prozent) schätzen die eigenen Jobchancen nach dem Studium gut ein. Noch häufiger wurden die Jobchancen auf lange Sicht als gut bewertet: rund 77 Prozent der Studierenden gaben das an. Laut Eckhard Köhn, CEO von Jobvalley, seien das 10 Prozentpunkte mehr als noch bei der Befragung 2013. Den jungen Leuten sei bewusst, dass in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte aus dem Erwerbsleben ausscheiden und sie als gut qualifizierte Arbeitskräfte nachrücken würden, auch mit schnellen Karrieresprüngen. Eine Mehrheit strebt genau das an, wobei männliche Studierende häufiger von Karriereambitionen sprachen. Rund 68 Prozent der männlichen und 55 Prozent der weiblichen Studierenden bestätigten, in ihrem Berufsleben eine Führungsposition erreichen zu wollen.
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Generation Z: Männliche Studierende haben höhere Gehaltserwartungen
Um die Gehaltserwartungen zu vergleichen, wurden für die Studie bereinigte Werte berechnet. Letztere spiegeln den Unterschied in den Gehaltserwartungen der Studierenden wider, die das gleiche Studienfach belegen und in der gleichen Branche arbeiten wollen. Dabei fällt auf: Die männlichen Gehaltserwartungen übersteigen die ihrer Kommilitoninnen deutlich. Während die Differenz zum Berufseinstieg noch bei 7,3 Prozent liegt, sind es nach 55 Jahren rund 20 Prozent, das bedeutet etwa 12.500 Euro. Männliche Studierende scheinen das Thema Gehalt also deutlich selbstbewusster anzugehen.
Geschlecht, Ethnie und sexuelle Orientierung: Studierende fürchten Nachteile
Die Befragung zeigt außerdem deutlich: Studierende befürchten Benachteiligungen wegen des Geschlechts, der Herkunft oder sexuellen Orientierung. Besonders klar zeichnet sich dieses Bild in der Geschlechterfrage ab: Dass Frauen eine Benachteiligung erfahren könnten, glaubt eine Mehrheit (70,5 Prozent), wohingegen das für Männer 87 Prozent verneinen. Ähnlich fällt die Tendenz beim Faktor Ethnie aus. Nachteile für Nicht-Deutsche erwarten 69,5 Prozent, umgekehrt sehen die Studierenden zu rund 83 Prozent für Deutsche keine Nachteile. Dem Faktor sexuelle Orientierung rechnet die Mehrheit am wenigsten negativen Karriereeinfluss zu, wobei für Nicht-Heterosexuelle eher Nachteile befürchtet werden (rund 36 Prozent) als für Heterosexuelle (nur rund 5 Prozent). Auch wenn sich schon vieles getan habe, bestünden also noch offensichtliche Ängste bei jungen Menschen, so Eckhard Köhn.
Deutliche Mehrheit gönnt Partner oder Partnerin mehr beruflichen Erfolg
Interessant ist, dass männliche Studierende (52,5 Prozent) eher als ihre weiblichen Kommilitoninnen (36,9 Prozent) bereit sind, für ihren Partner oder ihre Partnerin berufliche Rückschritte in Kauf zu nehmen. Was aber insgesamt auffällt: Mehr als drei Viertel sowohl der Studenten (82,8 Prozent) als auch der Studentinnen (85,7 Prozent) haben kein Problem damit, wenn der Partner oder die Partnerin erfolgreicher ist. ( Die gesamten Studienergebnisse finden Sie hier.)
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