Männer schätzen weiblichen Managementstil anders ein als Frauen
Die Online-Kurzbefragung von Faktenkontor im Auftrag der Personalberatung Intersearch wurde im April unter 1.000 Teilnehmern durchgeführt, 492 waren männlich und 508 weiblich. Dabei wollten die Autoren zunächst von den Befragten wissen, ob es ihrer Meinung nach einen typisch männlichen und typisch weiblichen Führungsstil gebe. Dem stimmte eine Mehrheit von 77 Prozent der Befragten voll oder teilweise zu. Nur 21 Prozent stimmten dem "eher nicht" oder "absolut nicht" zu.
Nach typisch weiblichen Führungseigenschaften befragt, nannten die Studienteilnehmer als Top-fünf-Eigenschaften weiblicher Führung "kommunikativ" (47 Prozent aller Befragten mit Mehrfachnennungen), "diplomatisch" (44 Prozent), "organisiert" (44 Prozent), "engagiert" (41 Prozent) und "diszipliniert" (41 Prozent). Die Top fünf der männlichen Führungseigenschaften wurden angeführt vom Attribut "machtbewusst" (62 Prozent), gefolgt von "durchsetzungsstark" (53 Prozent), "selbstsicher" (50 Prozent), "autoritär" (50 Prozent) und "statusorientiert" (46 Prozent).
Männer halten Frauen in erster Linie für "kommunikativ"
Während die Top fünf mehr oder weniger altbekannte Klischees abbilden, zeigt sich bei der Unterteilung nach Geschlechtern ein etwas differenzierteres Bild: Als typisch weibliche Führungseigenschaften nannten die Männer "kommunikativ" an erster Stelle, dann "diplomatisch", "emotional", "sensibel" und "fachlich versiert". Bei den befragten Frauen waren die Prioritäten anders: Hier stand "organisiert" an erster Stelle der weiblichen Führungsqualitäten, dann erst "kommunikativ", des Weiteren "engagiert", "diplomatisch" und die - auch von den Männern genannte – Eigenschaft "diszipliniert".
Bei den männlichen Führungseigenschaften legten die Männer für das eigene Geschlecht die Rangfolge "machtbewusst", "durchsetzungsstark", "selbstsicher", "autoritär" und "taktisch" fest. Frauen schätzten männliche Manager auch in erster Linie als "machtbewusst" ein, danach als "autoritär", "durchsetzungsstark", "statusorientiert" und "selbstsicher". Diese Einschätzung deckte sich also weitestgehend mit den Attributen, die die Männer sich auch selber zuschrieben.
Zumindest bei den Top-fünf-Eigenschaften der weiblichen Führung gab es damit weit weniger Konsens zwischen Männern und Frauen – nur auf die Eigenschaften "kommunikativ" und "diszipliniert" konnten sich die beiden Geschlechter dabei einigen.
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