Führen auf Distanz stößt auf wenig Gegenliebe
Nur 20 Prozent der Chefs, die auf Distanz führen, gefällt diese Form der Mitarbeiterführung. Bei ihren Mitarbeitern sind es 30 Prozent. Zwar wird mit fast 50 Prozent Zustimmung die Kosteneinsparung als größter Vorteil gesehen. Dennoch haben nur 20 Prozent bessere Ergebnisse beobachtet. Mehr Effektivität bringe die Virtualisierung auch nicht, so der Tenor der 447 befragten Fach- und Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Letztlich werden die Abhängigkeit vom Funktionieren der Technik von zwei Dritteln und die erschwerte persönliche Kommunikation von knapp 60 Prozent als größte Nachteile bewertet.
Offensichtlich leidet das Modell der virtuellen Führung noch unter erheblichen Akzeptanzschwierigkeiten. Ein Grund für die Vorbehalte: "Im virtuellen Raum verlassen Führungskräfte bekanntes Terrain. Bewährte Muster wie physische Präsenz oder Statussymbole wirken hier nicht mehr", erklärt Lorenz Forchhammer, Leiter der Studie und Com Team-Vorstand.
Management by Smartphone
Der Austausch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern findet derzeit überwiegend über Smartphone und Telefonkonferenz statt. In Zukunft werden verstärkt auch Videokonferenzen und Tablet-PCs hinzukommen. Gerade die Auswirkungen der neuen Medien werden von den Befragten jedoch zwiespältig betrachtet: Einerseits erwarten 80 Prozent künftig eine starke Belastung durch „always on“ und fast ebenso viele eine Informationsüberflutung.
Anderseits würden die neuen Technologien und Arbeitsformen mehr Freiheit, besseres Wissensmanagement und schnellere Ergebnisse bringen, sind viele der Fach- und Führungskräfte überzeugt. "Belastungen einerseits, Freiheit andererseits sind zwei Seiten einer Medaille", so Forchhammer. Sein Rat: "Unternehmen sollten einen klaren Rahmen für die Nutzung neuer Kommunikationsmedien und -formen setzen, um Mitarbeitenden die Sorge vor den Belastungen zu nehmen."
Gute Kommunikationsfähigkeit wichtiger denn je
Jungen Führungskräften wird – wenig überraschend – die höchste, dem Top-Management die geringste Medienkompetenz zugeschrieben. "Generell müssen Führungskräfte die Technik- und Medienkompetenz noch stark verbessern, um die Potenziale neuer Medien und Arbeitsformen besser auszuschöpfen", sagt Forchhammer. Noch wichtiger aber sei Kommunikationskompetenz: "Führen aus der Ferne braucht manchmal ein paar Worte mehr, um Verbindung und Verbindlichkeit zu schaffen. Die Beziehungsebene wird zu oft außen vor gelassen."
Ohnehin ist Kommunikationsfähigkeit ganz oben auf der Liste der Kompetenzen, die Führungskräfte nach Einschätzung der Befragten verstärken oder neu entwickeln müssen, um künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Es folgen Empathie und Zuhören.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
405
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
247
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1714
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
168
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
133
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
124
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
109
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
998
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
98
-
Warum Social Media eine strategische Ressource für HR ist
24.06.2026
-
Aufräumen bei der Payroll
23.06.2026
-
Deniz Undav und die Frage, die jede Führungskraft kennt
23.06.2026
-
Bike to Work: Wie gemeinsames Pendeln den Teamgeist stärken kann
22.06.2026
-
So bleibt es auch bei Hitze im Büro erträglich
19.06.2026
-
So lernen Führungskräfte Veränderung
19.06.2026
-
Von Inspiration zur Umsetzung: Warum sich die ZP Europe 2026 lohnt
18.06.2026
-
Nur 44 Prozent aller Beschäftigten bekommen Urlaubsgeld
18.06.2026
-
Was der Pflichtsieg über Curaçao Führungskräften zeigt
16.06.2026
-
Mit KI schneller passende Talente finden
15.06.2026