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Frauenanteil in Führungsposition der Dax 30 steigt sehr langsam

Im Vergleich zu 2012 hat sich der Frauenanteil in Führungsposition der Dax 30 kaum verändert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nachdem aus der Politik eine Frauenquote drohte, hatten sich die Dax-30-Unternehmen 2010 freiwillige Quoten für Frauen in Führungspositionen auferlegt. Wie das Personalmagazin analysiert hat, waren die meisten Ziele aber wenig ambitioniert. Der neue Bericht zeigt auch wenig Besserung.

Im Jahr 2010 bekannten die Dax-30-Unternehmen erstmals Farbe: Wie viele Frauen arbeiten bei ihnen in Führungspositionen in Deutschland und weltweit und wie hoch soll der Anteil dank freiwilliger Selbstverpflichtung werden? Das ließ sich erstmals öffentlich nachlesen. Für das Jahr 2012 gab es ein Update zum Frauenanteil in den Dax 30, das das Personalmagazin analysiert hat – mit desaströsem Ergebnis: Nur wenige steckten ihre Ziele hoch – und zu viele "Low Performer" waren zu verzeichnen (siehe Personalmagazin, Ausgabe 05/2014, Seite 18-19).

Frauenanteil in Führungspositionen steigt nur sehr langsam

Nun haben die Unternehmen den nächsten Statusbericht veröffentlicht. Daraus lässt sich ablesen, ob sie es geschafft haben im Vergleich zum Vorjahr 2012 schon Fortschritte zu machen. Das Ergebnis: Die meisten Unternehmen können etwas höhere Frauenanteile in Führungspositionen verzeichnen. Dieser leichte Anstieg bleibt aber meist bei weniger als einem Prozentpunkt.

Mehr als zwei Prozentpunkte Steigerung schafft immerhin die Commerzbank im Vorjahresvergleich: In Deutschland steigt der Frauenanteil in Führungspositionen von 24 auf 26,1 Prozent und weltweit von 25,7 auf 27,1 Prozent. Ganze vier Prozentpunkte schafft Merck beim Frauenanteil in deutschen Führungspositionen (von 20 Prozent im Jahr 2012 auf 24 Prozent im Jahr 2013); weltweit kommt es noch von 24 auf 25 Prozent. Bei Fresenius sowie Fresenius Medical Care steigt der weltweite Frauenanteil in Führungspositionen um mehr als zwei Prozentpunkte, während der Anteil in Deutschland sinkt.

Einige stagnieren, in einem Unternehmen sinkt der Frauenanteil leicht

Lediglich Adidas und Heidelberg Cement verharren auf dem Vorjahresniveau. Adidas hat allerdings schon recht hohe Werte erreicht (26 Prozent in Deutschland, 28 Prozent weltweit) und sich auch auf ambitionierte Ziele verständigt. Dagegen liegt Heidelberger Cement noch wesentlich darunter mit sieben beziehungsweise neun Prozent.

Das einzige Unternehmen bei dem sowohl der Frauenanteil in Führungspositionen in Deutschland und weltweit gesunken ist, ist Infineon. Aber auch hier sind es sehr geringe Unterschiede: 2012 lag es in Deutschland bei zwölf Prozent, jetzt bei 11,9 Prozent; weltweit verzeichnete Infineon 2012 noch 12,3 Prozent Frauen in Führungspositionen, 2013 sind es dann 12,1 Prozent. Ziel des Unternehmens sind 15 Prozent bis Ende 2015 sowie 20 Prozent bis Ende 2020.

Noch mehr Druck aus der Politik

Die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zeigte sich wenig überrascht über die Zwischenergebnisse. Die Politik habe mehr als ein Jahrzehnt auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft gesetzt. „Der Versuch ist gescheitert“, kritisierte Schwesig.

Die große Koalition will deshalb 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte der derzeit 108 größten, voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen einführen. Bereits 2015 soll es für Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3.500 Firmen verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.

Wirtschaft sieht Ergebnisse zur Frauenquote positiv

In der Wirtschaft hieß es dagegen, es gehe voran. Der Frauenanteil bei Führungspositionen im Inland habe sich seit 2011 um durchschnittlich 17 Prozent erhöht und sei viel stärker gewachsen als der allgemeine Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft.

Den kompletten Statusbericht der Dax 30 für das Jahr 2013 können Sie hier herunterladen: www.arbeitgeber.de/fraueninfuehrungspositionen.

Hinweis: Im Personalmagazin, Ausgabe 05/2014, widmet das Personalmagazin die Titelstrecke dem Thema Frauenquote. Abonnenten können es hier online lesen.

dpa / Haufe Online Redaktion

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