Frauenanteile im Mittelmanagement steigen nur langsam
Als Begründung für den geringen Anteil von Frauen im Top-Management wird oft angeführt, dass geeignete Kandidatinnen für eine solche Position fehlen. Wer also die Frauenquote im Top-Management steigern will, muss auch auf den darunter liegenden Führungsebenen die Frauenanteile erhöhen, um eine "Pipeline" an potenziellen Nachwuchskandidatinnen für die Top-Positionen aufzubauen. Die aktuelle Studie "Frauen im Management 2015" liefert Einblicke, wie die Situation von Frauen im mittleren Management aussieht.
Ein Drittel Frauen im Mittelmanagement
Das Kompetenzzentrum "Frauen im Management" der Hochschule Osnabrück untersucht seit 2012 gemeinsam mit Bisnode Deutschland systematisch die Entwicklung der Frauenanteile im oberen und mittleren Management. Die aktuellen Ergebnisse der jährlich erscheinenden Studie wurden bei der Veranstaltung "Women Power 2015" auf der Hannover Messe veröffentlicht.
Danach sind derzeit 11,5 Prozent der Top-Management-Positionen in deutschen Unternehmen von Frauen besetzt. Der Anteil von Frauen im Mittelmanagement liegt zwar deutlich höher: 2015 bei 30,3 Prozent – wie bereits im Vorjahr. Der Anstieg geht jedoch im Mittelmanagement ähnlich langsam vonstatten wie im Top-Management. Er betrug seit 2011 (28,6 Prozent) nur 1,7 Prozentpunkte, (zum Vergleich im Topmanagement: 0,7 Prozentpunkte).
Deutliche Unterschiede je nach Größe und Region
Unterschiede zeigen sich je nach Unternehmensgröße. Bei kleinen Unternehmen liegt der Anteil der Frauen im Mittelmanagement bereits bei 38,2 Prozent, bei den mittleren Unternehmen bei 29,2 Prozent und bei den großen Unternehmen bei 20,3 Prozent. Hier sind die Abstände zwischen den jeweiligen Größensegmenten wesentlich höher als im Top-Segment.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Mittelmanagerinnen in den östlichen Bundesländern (Anteil 38,7 Prozent) haben eine Vorsprung von knapp zehn Prozent gegenüber den Mittelmanagerinnen in den westlichen Bundesländern (Anteil 29 Prozent). Den höchsten Frauenanteil im mittleren Management hat Mecklenburg-Vorpommern mit 40,6 Prozent, das Schlusslicht bildet Nordrhein-Westfalen mit 26,7 Prozent.
Berater positionieren sich
Derweil bringen sich auch die Unternehmensberatungen in Position und werben mit speziellen Beratungsleistungen rund um das Thema Frauenförderung. So hat Kienbaum beispielsweise einen "Female Desk" gegründet, in dem das Beratungsunternehmen seine Kompetenz in Sachen Frauenförderung bündelt. Außerdem ist Kienbaum gerade mit einem Online-Quick-Check zu diesem Thema an den Start gegangen.
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