Unternehmen haben Nachholbedarf bei Digitalkompetenzen
Neue Strukturen, Abläufe oder sogar Geschäftsmodelle: Die Herausforderungen des digitalen Wandels für Unternehmen sind enorm. Doch wie gut sind sie darauf eingestellt? Dazu befrage das Marktforschungsinstitut Skopos im Auftrag der Fraunhofer Academy Mitarbeiter aus 150 Unternehmen. Besonders relevant für eine erfolgreiche Transformation sahen die Befragen Management- und Fachkompetenzen – gaben jedoch gleichzeitig an, dass diese häufig nicht in gleichem Maße gelebt würden.
Lernbereitschaft bei Führungskräften mangelhaft
Besonders hohe Ansprüche haben Mitarbeiter an ihre Führungskräfte. Zu deren wichtigsten Kompetenzen im Wandel zählen laut Studie: Lernbereitschaft (86 Prozent), übergreifende Prozess- und Systemzusammenhänge zu erkennen (86 Prozent), Agilität im Projektmanagement (80 Prozent), das Lösen komplexer Probleme (80 Prozent) sowie sich auf kundenorientierte Lösungen zu fokussieren (79 Prozent). Der Alltag sieht jedoch anders aus. Denn nur drei von zehn Befragten glauben, dass diese Kompetenzen auch in den Unternehmen verankert sind.
Beim Aspekt Lernbereitschaft ist diese Diskrepanz besonders groß und problematisch zugleich, bildet sie doch eine Grundvoraussetzung für den Wandel. Denn wer sich nicht weiterbildet, sich nicht mit neuen Technologien und Prozessen auseinandersetzt, der bleibt auf der Strecke. Und das gilt für Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen, wie der Hays-Report 2019 untermauert: Als wichtigste Kompetenz, um die Beschäftigungsfähigkeit in der Digitalisierung zu erhalten, nannten die Befragten lebenslange Lernbereitschaft.
Mitarbeiter zu Technologie-Spezialisten weiterbilden
Als relevante digitale Fachkompetenzen betrachten die Befragten der Fraunhofer-Studie: Cybersicherheit und digitale Souveränität (71 Prozent), Datenanalyse und Data Science (71 Prozent), Usability Engineering (68 Prozent), Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (67 Prozent) sowie Programmierung, Web- und App-Entwicklung (62 Prozent).
Doch ebenso groß wie der Bedarf an diesen Fähigkeiten, scheint der Nachholbedarf. Am deutlichsten ist er bei KI und maschinellem Lernen. Jeder zweite Mitarbeiter bemängelt, dass diese Kompetenzen im Unternehmen fehlen – was sicherlich auch daran liegt, das vielerorts das Wissen und die Erfahrung fehlen, um die neuen technologischen Möglichkeiten einordnen und einsetzen zu können. .
Mit gezielter Weiterbildung den Wandel meistern
Ein weiteres Problem: Drei von zehn Mitarbeiter gaben an, nicht an Weiterbildungen teilzunehmen. Neben Zeitmangel (42 Prozent) nannten sie mangelnde Unterstützung (28 Prozent) seitens des Unternehmens als Hauptgrund. Größeren Organisationen schneiden übrigens besser ab. Sie bieten ihren Mitarbeiter häufiger Weiterbildungsmöglichkeiten an. Kleinere Unternehmen verlassen sich hingegen auf einzelne Fortbildungsteilnehmer als Multiplikatoren, die ihr neu erworbenes Wissen an die Kollegen weitertragen. Systematische Weiterbildung scheitert hier häufig an fehlenden Strukturen und Planung.
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