Führungskräften fehlt es an Qualitäten 4.0
Die Rolle von Führungskräften im Zeitalter von Industrie 4.0 wird wichtiger denn je – davon ist die Mehrheit (71 Prozent) der Firmenvertreter überzeugt, die der Unternehmensberater Staufen für seinen "Deutschen Industrie 4.0 Index" befragt hat. Um diese Rolle gut ausfüllen zu können, müssen die Führungskräfte nach Meinung der Befragten vor allem über die richtigen Soft Skills verfügen: Der ideale Chef 4.0 sollte demnach vor allem ein guter Kommunikator sein.
"Eine neue Technologie allein kann nicht führen", erläutert Wilhelm Goschy, Vorstand von Staufen. "Auch Industrie 4.0 ist letztendlich ein Werkzeug, das erst durch kommunikationsstarke Führungskräfte seine volle Wirkungskraft entfaltet." Die Chefs müssten dafür mehr aus ihrer Komfortzone herauskommen – etwa, indem sie vor Ort in der Werkshalle präsent sind.
"Viele Führungskräfte haben nie gelernt, sich um das Thema 'Mensch' zu kümmern"
Bisher gibt es aber offenbar in diesem Punkt noch Nachholbedarf: 40 Prozent der 140 Befragten beklagen sich darüber, dass die Führungskräfte in ihrem Unternehmen bei der Kommunikation mit Kollegen oder Mitarbeitern noch nicht über die Aneignung von Grundkenntnissen hinausgekommen seien. Nur jeder vierte Befragte attestiert seinen Bereichs-, Abteilungs- und Teamleitern, auf diesem Feld schon den eigentlichen Ansprüchen an einen modernen Führungsstil zu genügen.
Die Tatsache, dass viele Führungskräfte in puncto "Soft Skills" noch hinterherhinken, erklären sich die Studienautoren so: "Viele Führungskräfte – insbesondere im Produktions- oder Entwicklungsbereich – haben es auf ihrem meist technisch geprägten Berufsweg nicht gelernt, sich bewusst um das Thema Mensch und das eigene Verhalten zu kümmern", so Goschy. Deshalb sei es nun Aufgabe der Unternehmen, ihre Führungskräfte bei der notwendigen Transformation ihres Führungsstils zu unterstützen.
Best-Practice-Beispiele: innovative HR-Lösungen 4.0
Auch eine gemeinsame Studie des Beratungsunternehmen Ingenics AG und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO) zum Thema "Industrie 4.0" hat gezeigt, wie wichtig weiche Faktoren in einer digitalisierten Arbeitswelt sind: Hier forderten die befragten Entscheider, dass in allen Bereichen neben der IT-Kompetenz auch soziale Fähigkeiten ausgebaut werden müssten.
Die Digitalisierung bringt auch neue Herausforderungen für die Personaler mit sich. Wie HR die Industrie 4.0 mit innovativen Lösungen begleiten kann, lesen Sie im Beitrag "Auf Vier geht’s los" in Ausgabe 12/2014 des Personalmagazins.
In der Personalmagazin-App zu Ausgabe 12/2014 finden Sie zudem zwei Videos zum Thema "Industrie 4.0": Bundeskanzlerin Merkel nimmt zu den Folgen Stellung, und die Firma Wittenstein zeigt ihren Produktionsablauf 4.0 auf.
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