Executive MBA: Ranking der Financial Times

Bereits zum 21. Mal hat die Financial Times 2021 ein Ranking der weltweit besten Executive-MBA-Programme erstellt. Die HEC Paris erobert den ersten Platz von 2019 zurück und verdrängt den Spitzenreiter von 2020 auf Platz zwei. Business Schools aus dem asiatischen Raum schneiden in dem Ranking überproportional gut ab.

Insgesamt 136 Schulen nahmen teil, 100 schafften es in das Ranking. Dabei spielt sich auf den ersten beiden Plätzen ein enges Rennen ab. Die Kellogg School of Management der Northwestern University aus den USA bietet gemeinsam mit der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) einen Executive Master of Business Administration (EMBA) an. 2020 belegte das Programm bereits zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren den ersten Platz im EMBA-Ranking der Financial Times und musste sich nur 2019 der in Frankreich und Qatar angesiedelten HEC Paris geschlagen geben, die 2020 auf Platz drei zurückfiel. Doch in diesem Jahr steht das Programm "HEC Paris International EMBA" wieder an der Spitze und verweist die Konkurrenz Kellogg/HKUST auf den zweiten Platz, den sie sich mit dem Global MBA von Ceibs teilt, der in China, der Schweiz und in Ghana angesiedelt ist. Den größten Sprung unter den Top 25 macht die Cambridge Judge Business School, die sechs Plätze aufholt, von Platz 31 auf 25.

Asiatische EMBA-Programme dominieren auf den vorderen Plätzen

Sechs der Top-Ten-EMBA-Programmen kommen aus China oder Hongkong, haben dort Kooperationspartner oder finden dort statt. Die asiatische Vormachtstellung im Ranking lässt sich vor allem mit der Methodik erklären, mit der die Financial Times die Rangliste erstellt: Das Gehalt der Absolventinnen und Absolventen drei Jahre nach dem Abschluss sowie der durchschnittliche Gehaltszuwachs – berechnet als die Durchschnittsdifferenz der Absolventen-Gehälter vor dem EMBA und heute – machen jeweils 20 Prozent der Gesamtbewertung eines Programms aus.

Diese hohe Gewichtung und die spezielle Rechenmethode bei den Gehältern sind umstritten. Die Financial Times rechnet die Jahresgehälter auf die Kaufkraftparitäten des Internationalen Währungsfonds (englisch purchasing power parity, PPP) in US-Dollar um. Deshalb schneiden Länder wie China und Indien besonders gut ab, da man sich dort für das Gehalt im Verhältnis mehr leisten kann als in den westlichen Ländern und somit die Gehälter in US-Dollar entsprechend hochgerechnet werden. Das höchste Durchschnittsgehalt drei Jahre nach Abschluss haben Absolventen der Kellogg/HKUST mit 508.964 Dollar, gefolgt von der Ceibs und drei weiteren Schulen aus China. Die sechsbesten Verdiener sind dann die Alumni des Siegers HEC Paris, mit durchschnittlich rund 438.303 Dollar jährlich. An der ESCP Berlin, die immerhin im Gesamtranking auf Platz 6 landet, sind es nur 290.707 Dollar. 

Deutsche Business Schools im EMBA-Ranking

Aus Deutschland sind insgesamt sieben Wirtschaftshochschulen im Ranking der Financial Times vertreten: Die ESCP Business School mit einem Standort in Berlin macht einen Platz gut und erreicht mit Rang sechs wieder die Top Ten. Das gemeinsame EMBA-Programm von Kellogg und der WHU Beisheim fällt nach seinem Aufstieg von Platz 34 (2019) auf 16 (2020) nun wieder auf Platz 24. Rangplätze verloren haben auch die EMBA-Programme der Essec Business School/Mannheim Business School (von Platz 32 (2020) auf 45 (2021)), das alleinige Programm der Mannheim Business (von Platz 72 auf 92) sowie das der Frankfurt School of Finance and Management (von Platz 76 auf 83.)

Aufsteiger sind hingegen die ESMT Berlin, die 3 Plätze gut macht und auf dem 36. Rang landet sowie die britische Henley Business School mit einem Campus in München, die von Platz 66 auf 61 vorrückt. Die beste Schweizer Schule, die IMD Business School, landet auf Rang 30, St. Gallen auf Platz 42. Die einzige im Ranking geführte Schule aus Österreich, die WU Wien, bietet einen Global EMBA in Kooperation mit der University Minnesota an und belegt Platz 34.

An wen sich der Executive MBA richtet

Der EMBA richtet sich im Gegensatz zum MBA an das obere Management. Das Studium wird berufsbegleitend als Teilzeitprogramm absolviert und ermöglicht einen unternehmensbezogenen MBA-Abschluss in maximal zwei Jahren. Der EMBA wird vor allem den Bedürfnissen von Top-Managern mit langjähriger Berufserfahrung gerecht, die in Vollzeit arbeiten.

Das gesamte Ranking 2021 der Financial Times zu den EMBA-Programmen finden Sie hier.


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