31.08.2016 | Serie Berufsbilder der Zukunft

Cloud-Architekten: Brückenbauer der digitalen Welt

Serienelemente
In der digitalisierten Welt bauen Cloud-Architekten die Brücke zwischen dem Business und der IT. Dafür benötigen sie mehr als IT-Know-how.
Bild: Haufe Online Redaktion

Unsere Serie "Berufsbilder der Zukunft" zeigt heute am Beispiel des Cloud-Architekten, was die neuen Digital-Experten mitbringen müssen und was Unternehmen von ihnen erwarten. Der Cloud-Architekt sorgt dafür, dass die Fachbereiche und die IT eines Unternehmens sich gegenseitig verstehen.

Auf die Frage, was seine  Aufgabe sei, antwortet ein Cloud-Architekt: Er baut Brücken, und zwar zwischen dem Business und der IT. Genauer gesagt sorgt er dafür, dass der Fachbereich die IT versteht und umgekehrt. Denn beide Unternehmensbereiche müssen gleichermaßen wissen, was die Datenhaltung und –speicherung in der Cloud für ihre Arbeit bedeutet.

Kommunikativer Brückenbauer und prozessorientierter Generalist

Dabei baut der Cloud-Architekt sowohl kommunikative Brücken zwischen unterschiedlichen Abteilungen und schlägt auch den Bogen zwischen traditioneller und agiler IT. Von ihm wird erwartet, dass er die geschäftlichen Abläufe Richtung digitalisierter Services versteht, um die technische Seite darauf auszurichten.

Der Cloud-Architekt ist also eine Art umsetzungs- und prozessorientierter Generalist, der für die Cloud-Strategie zwischen unterschiedlichen Interessen jongliert und möglichst allen Anspruchsgruppen gerecht wird.

Agilität: vom IT-Administrator zum Cloud-Architekt

In den vergangenen Jahren ordnete man die Tätigkeiten eines Cloud-Architekten meist noch dem IT-Administrator oder klassischen IT-Leiter zu. Sie kümmerten sich darum, die IT-Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum zu steuern, überwachen und am laufen zu halten.

Mittlerweile macht dieser Teil des Aufgabenspektrums allerdings nur noch einen geringen Anteil aus. Bedingt durch immer kürzere Release-Abstände und immer stärker skalierbare Services muss heute eine wesentlich agilere IT bereitgestellt werden. Die bisherige On-Premise-Struktur sollte mit der neuen Cloud-Umgebung in Einklang gebracht werden.

Data Scientist, Cloud-Architekt & Co.: Kompetenzen digitaler Berufe 

Das erfordert vom Cloud-Architekten integrative Fähigkeiten, die sich – übrigens auch beim Beruf des Data Scientist und Security–Spezialisten – nicht mehr ausschließlich auf die Technik beschränken. Denn um die geschäftlichen Prozesse wirksam zu unterstützen, muss er zwischen den Abteilungen vermitteln, für die Projektumsetzung sorgen, Mitarbeiter mitnehmen und dem Management neue Chancen über die Cloud-Technologie aufzeigen.

Der Cloud-Architekt ist damit Stratege, Brückenbauer, Coach und Umsetzer in einer Person. Seine Fähigkeiten sind heute deutlich breiter und weniger fachspezifisch angelegt.

Mit seinen Kompetenzen und seinem Anforderungsprofil steht der Cloud-Architekt stellvertretend für eine ganze Reihe neuer Positionen und Jobbezeichnungen (zum Beispiel Chief Digital Officer, IT-Spezialist, Data Scientist), die aus der Digitalisierung hervorgehen und zentrale Aspekte gemeinsam haben: Diese Digital-Spezialisten brauchen andere Fähigkeiten, um das Arbeitsumfeld technisch auszugestalten und die Menschen, die darin arbeiten, wohlfühlen zu lassen.

Sie packen Projekte auf eine andere Art und Weise an, als die, die aus dem klassischen Methoden-Set bekannt ist. Allein durch die Attraktivität ihrer Berufsbezeichnung werden diese Spezialisten am Markt heute schon als die begehrtesten Fachkräfte der Digitalisierung gehandelt.  

Aufbau und Entwicklung von Cloud-Kompetenzen

Dabei entsteht Expertise und Umsetzungsstärke zum größten Teil in der Projektarbeit. Denn klassische Ausbildungsgänge für solche erst in der Entstehung begriffenen Berufsfelder gibt es noch nicht.

Zwar können Studenten an Universitäten bestimmte Programmiersprachen lernen und dieses Wissen später im beruflichen Umfeld auch auf die Implementierung von Cloud-Projekten anwenden. Aber für die Entwicklung einer Cloud-Strategie sowie deren Bedeutung für die IT-Prozesse oder sogar  die geschäftliche Entwicklung, ist viel Projekterfahrung erforderlich. Und das möglichst aus unterschiedlichen Branchen und zu unterschiedlichen Fragestellungen.

Unternehmen, die aktuell oder künftig auf Spezialisten wie den Cloud-Architekten setzen, sind daher gut beraten, die Cloud-Kompetenz sowohl intern aufzubauen als auch parallel über externe Spezialisten abzudecken.

Interne Mitarbeiter aus der IT oder auch anderen Fachbereichen sollten übergreifend geschult werden und fachliche Workshops besuchen. Externe Spezialisten bringen zusätzliches Know-How aus anderen unternehmensfremden Projekten ein und setzen damit neue Impulse setzen.

Schlagworte zum Thema:  Cloud, Digitalisierung, Industrie 4.0, Zukunft, Job, New Work

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