Migranten in Unternehmen sind inzwischen Normalität. Trotzdem herrschen Bedenken bei ihrer Einstellung. Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Großunternehmen, das keine Migranten beschäftigt, ist inzwischen schon eine Ausnahme. Auch in vielen kleineren Unternehmen sind Mitarbeiter mit Migrationshintergrund inzwischen Normalität. Trotzdem haben Personaler noch immer Bedenken beim Recruiting, zeigt eine Umfrage.

Von 987 befragten Unternehmen geben 57 Prozent an, dass sie Mitarbeiter mit Migrationshintergrund aktuell beschäftigen oder in den vergangenen fünf Jahren beschäftigt haben. Bei den Großunternehmen sind dies sogar 92 Prozent, bei mittleren Unternehmen 81 Prozent und bei kleinen Unternehmen 55 Prozent. Das haben die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Personalpanel 2016 herausgefunden.

Auch bei Neueinstellungen kommen Zugewanderte immer öfter zum Zug. Jedes zweite Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt. In drei Viertel dieser Betriebe waren das Menschen, die aus einem Nicht-EU-Land stammen; 65 Prozent der Unternehmen haben Menschen aus dem EU-Ausland einstellt.

Sprache, Aufenthaltsstatus und Qualifikation sind Hemmnisse

Allerdings bestehen immer noch einige Hemmnisse beim Recruiting: So betrachten 83 Prozent der Personaler aus den knapp 1.000 befragten Unternehmen die Sprachkompetenz als große oder mittlere Schwierigkeit bei der Einstellung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. 64 Prozent sagen, dass ihnen Informationen über das Qualifikationsniveau der Migranten mit ausländischen Abschlüssen fehlen und 55 Prozent sehen allgemein einen erhöhten Aufwand für das Unternehmen bei der Beschäftigung von Migranten.

Auch die aktuelle Debatte um die Aufenthaltsberechtigung scheint die Personaler zu verunsichern: 61 Prozent sagen, dass sie in den aufenthaltsrechtlichen Restriktionen ein starkes oder mittleres Hemmnis bei der Einstellung von Migranten sehen. Einen Anstieg kultureller Spannungen sehen 29 Prozent als starkes oder mittleres Hemmnis.

Maßnahmen für die Integration der Migranten in Unternehmen

Um solche Probleme zu überwinden, engagieren sich die Unternehmen aktiv in der Arbeitsmarktintegration: 54 Prozent ergreifen selbst Maßnahmen, damit Mitarbeit mit Migrationshintergrund im Unternehmen integriert werden. Die häufigste Maßnahme besteht in der Formulierung von allgemeinen Diversity- oder Respekt-Richtlinien (29 Prozent). Danach folgen die Sprachförderung (27 Prozent) und Weiterbildungsangebote (21 Prozent). Mit Beratungsorganisationen für Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten dagegen nur elf Prozent zusammen.

Weitere Maßnahmen für Migranten in Unternehmen ergreifen

Welche weiteren Maßnahmen Personaler auch für vor Kurzem angekommene Flüchtlinge in Deutschland ergreifen können, um sie in der Arbeitswelt zu integrieren, lesen Sie im Personalmagazin im Titelthema „Flüchtlinge beschäftigen und qualifizieren“ der Ausgabe 1/2016 und in einer Serie ab Ausgabe 2/2017.

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Migranten, Integration, Arbeitsmarkt

Aktuell
Meistgelesen