Eine nicht zu umfangreiche, rein „private“ Spieltätigkeit im Freundeskreis bleibt steuerlich unbeachtlich. Bild: Haufe Online Redaktion

Die Finanzverwaltung streitet häufig mit Steuerpflichtigen darüber, ob eine Einnahme steuerpflichtig ist oder nicht. Aktuell entschied das Finanzgericht Münster einen Fall, in dem es um Gewinne aus Pokerturnieren ging und darum, ob diese gewerbesteuerpflichtig sind.

Nimmt ein Steuerpflichtiger in größerem Umfang an Pokerturnieren und sog. Cash Games in Spielcasinos teil und erzielt er daraus positive Einkünfte, muss er diese als gewerbliche Gewinne versteuern (FG Münster, Urteil v. 18.7.2016, 14 K 1370/12 E, G).

Praxis-Hinweis: Bei Cash Games in Spielcasinos gibt es noch keine BFH-Entscheidung

Zu den sog. Cash Games in Spielcasinos liegt noch keine Entscheidung des BFH vor. Vermutlich wird er im Rahmen der von dem Kläger angestrengten Revision (Az beim BFH X R 34/16) die Auffassung des Finanzgerichts bestätigen. Wegen der umsatzsteuerlichen Behandlung entsprechender Fälle ist ohnehin schon eine Revision anhängig (Az beim BFH XI R 37/14). Während die Beurteilung für eine „hauptberufliche“, erfolgreiche Spieltätigkeit gesichert erscheint und auf der anderen Seite eine nicht zu umfangreiche, rein „private“ Spieltätigkeit im Freundeskreis steuerlich unbeachtlich bleibt, wird die steuerliche Einordnung der dazwischen liegenden Grenzfälle einer nebenberuflichen, nicht zu umfangreichen Tätigkeit (mit nicht zu hohen Gewinnen!) im Einzelfall weiterhin streitanfällig bleiben. Hier ist den Steuerpflichtigen anzuraten, zur Vermeidung unangenehmer Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt genaue Aufzeichnungen über ihre Einnahmen und die entstandenen Kosten (und gelegentliche Verluste!) zu fertigen.

Arbeitnehmer kündigte seinen Job um zu pokern

Der Kläger gab Ende 2006 seine Tätigkeit als Arbeitnehmer auf, um in größerem Umfang an Pokerturnieren und sog. Cash Games in Spielcasinos teilzunehmen. Nachdem er gegenüber den Medien ausführlich über seine erfolgreiche Spieltätigkeit berichtet hatte, beschlagnahmte die Steuerfahndung im Rahmen einer Hausdurchsuchung die von ihm gefertigten Aufzeichnungen über seine Einnahmen und die damit zusammenhängenden Aufwendungen. Ab April 2008 war der Kläger wieder bei seinem früheren Arbeitgeber beschäftigt.

Finanzgericht gab dem Finanzamt recht: Einkommensteuer- und auch gewerbesteuerpflichtig

Das Finanzgericht bestätigte die Auffassung des Finanzamts, der Kläger sei als Pokerspieler gewerblich tätig geworden. Für eine häufigere Teilnahme an Pokerturnieren liegt bereits eine entsprechende Entscheidung des Bundesfinanzhofs vor (Urteil v. 16.9.2015, X R 43/12, BStBl 2016 II S. 48). In die damit begründete, gewerbliche Tätigkeit fällt dann auch die Teilnahme an den sog. Cash Games in Spielcasinos. Das Finanzgericht legt im Einzelnen dar, dass die für einen Gewerbebetrieb verlangten Voraussetzungen erfüllt sind, insbesondere hinsichtlich der Nachhaltigkeit, der Gewinnerzielungsabsicht und der Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr.

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Schlagworte zum Thema:  Einkommensteuer, Gewerbesteuer

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