Kapitel 6: Zugangs- und Fol... / ii) Goodwill – Umstrukturierung von CGUs
 

Tz. 511

Veräußert ein Unternehmen einen Geschäftsbereich, der einen Anteil am goodwill einer CGU besitzt, so ist dieser Anteil am goodwill auszubuchen. Die Höhe des Anteils des goodwill der ausgebucht wird, orientiert sich, vorbehaltlich besserer Zuteilungsmechanismen, an den Buchwertverhältnissen vor Veräußerung (IAS 36.88). Die Verwendung eines alternativen Zuteilungsmechanismus ist nur in Ausnahmefällen möglich (IAS 36.BC 156) und scheidet regelmäßig aus.

 

Tz. 512

Eine Neusegmentierung zeitigt in aller Regel Konsequenzen für den status quo der goodwill Verteilung. Mit der Neuorganisation der CGUs geht eine Umverteilung des goodwill zwischen den CGUs einher (IAS 36.87), die sich an den relativen Buchwertverhältnissen vor Umstrukturierung orientiert. Zur Zuteilung bestehen zwei Möglichkeiten:[628]

  1. Verwendung der relativen Buchwerte der aufnehmenden CGUs vor Umstrukturierung
  2. Zuteilung anhand der Neuverteilung der CGUs
 

BEISPIEL

Neuverteilung nach relativen Buchwerten

Die CGU A war bisher im Konzern die einzige goodwill-tragende Einheit. Der goodwill ist mit der CGU als Ganzes verbunden. Aufgrund der Integration von A in die verschiedenen anderen CGUs (X, Y und Z) müssen diesen goodwill-Portionen zugeteilt werden. Dies erfolgt auf Basis der relativen Buchwerte der CGUs vor Reorganisation.

 
CGU Buchwert vor Reorganisation in MEUR Anteil am goodwill
X 100 25 %
Y 50 12,5 %
Z 250 62,5 %

Zuteilung des goodwill anhand der relativen Buchwerte

Neuverteilung des anhaftendem goodwills

X, Y und Z stellen, wie auch A, Geschäftsbereiche dar. Letzteres untergliedert sich in die CGUs A1 und A2. Beiden haftet zu gleichen Teilen goodwill an. Da der goodwill an der CGU "klebt" muss die korrespondierende goodwill-Portion auch komplett dem jeweils aufnehmenden Geschäftsbereich zugeordnet werden, z. B. dann, wenn sich A1 und A2 den jeweiligen CGUs X, Y oder Z einzeln zurechnen lassen.

Die Wahl eines anderen Zuteilungsmechanismus stellt eine Ausnahmeregelung und kein Einfallstor für eine willkürliche Umverteilung dar.

[628] Zu einer Gegenüberstellung der Methoden Hermens/Klein, KoR 2010, 6 (6 ff.).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge