Kapitel 17: Prüfung / e) Konzernabschlussprüfung (Abs. 6)
 

Tz. 111

Durch § 319 Abs. 5 HGB nimmt der Gesetzgeber eine Gleichstellung des Konzernabschlussprüfers mit dem Abschlussprüfer des Einzelabschlusses vor. Mit Blick auf die explizite Verweisung auf § 319 Abs. 1 Satz 3 HGB ergibt sich zunächst das Erfordernis einer Bescheinigung über die Teilnahme an der externen Qualitätskontrolle bzw. einer Ausnahmegenehmigung. Wenngleich § 319 Abs. 1 Satz 1 und 2 HGB keine ausdrückliche Verweisung enthalten, hat auch der Konzernabschlussprüfer den dort kodifizierten Anforderungen zu genügen. Durch die entsprechende Anwendung des § 319 Abs. 24 HGB wird die Unabhängigkeit des Konzernabschlussprüfers gewährleistet.[143]

Ergänzende Besonderheiten können sich bei Konzernabschlussprüfungen ergeben, sofern diese unter vertraglicher Verpflichtung nach den International Standards on Auditing durchgeführt werden. In diesem Fall ist der IESBA Code of Ethics vollumfänglich auf diese Prüfungen anzuwenden. Es besteht also Bedarf einer ggf. ergänzenden Beachtung von über die Regelung von §§ 319 ff. HGB und Berufsrecht (WPO, BS WP/vBP) hinausgehenden Vorgaben des internationalen Standards.

[143] Bormann, in: MüKo-BilR, § 319 HGB Rn. 135; weiterführend zu den Vorschriften des § 319 Abs. 5 HGB Baetge/Thiele/Moser, in: HdR, § 319 HGB Rn. 169–183.

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