Kapitel 10: Darstellung / a) Überblick
 

Tz. 33

Die geltenden IFRS schreiben anderes als die Jahresabschlussrichtlinie keine festen Glie­de­rungsschemata vor (vgl. IAS 1.57[82]). IAS 1.54 sieht in der im Dezember 2014 veröffentlichten Fassung der Disclosure Initiative nur für die Bilanz vor, welche Posten grundsätzlich zu bilden sind und regelt in IAS 1.55 die Pflicht das Sche­ma zu ergänzen, wenn dies für das Verständnis der Vermögens- und Finanzlage erfor­derlich ist. Für die GuV regelt IAS 1.81A–.90 ebenfalls nur die Mindest­angaben, ohne eine feste Gliederung vorzuschreiben. Das gleiche gilt für die anderen Bestand­teile, z. B. die Eigenkapitalveränderungsrechnung (vgl. IAS 1.06 ff.) und den Anhang (vgl. IAS 1.112). Durch diese Gliederungsoffenheit der IFRS wird ihrer angestrebten internationalen An­wendbarkeit Rechnung getragen[83] und dafür der Preis geringerer Vergleichbarkeit in Kauf genommen. Einzurichten ist für jedes Unternehmen das Glie­derungs­sche­ma, das der Verkehr­ser­wartung des für dieses Unternehmen relevanten Adres­satenkreises am besten ent­spri­cht. Bei internationalen Unternehmen kann das die Verkehrs­er­wartung der internationalen Kapitalmärkte sein. Ein regionales Unternehmen, das nach IFRS Rechnung legt, kann sich bei der Gliederung der Bilanz und der GuV im Rahmen der IFRS in Deutschland auch stärker an den Vorschriften des HGB orientieren.

[82] IAS 1.57 Satz 1: "Dieser Standard schreibt nicht die Reihenfolge oder die Gliederung vor, in der ein Unternehmen die Posten darstellt".
[83] Baetge u. a., in: Baetge u. a., IFRS-Ko, Kap. II Rn. 173.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge