Küting/Weber, Handbuch der ... / d) Segmentberichterstattung
 

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Stand: EL 18 – ET: 12/2013

DRS 3, der am 20. Dezember 1999 vom DSR verabschiedet wurde, regelt die Erstellung einer Segmentberichterstattung. Der Standard wird durch die branchenspezifischen Vorschriften des DRS 3-10 für Kreditinstitute und des DRS 3-20 für Versicherungs-UN, die ebenfalls am 20. Dezember 1999 vom DSR verabschiedet wurden, ergänzt. Die Bekanntmachung der Standards gem. § 342 Abs. 2 erfolgte durch das BMJ am 31. Mai 2000, wobei die aktualisierten Fassungen durch das BMJ am 31. August 2005 bekannt gemacht wurden. Die Segmentberichterstattung dient dem Zweck, Informationen über die wesentlichen Geschäftsfelder eines UN zu geben und den Einblick in die VFE-Lage sowie die Einschätzung der Chancen und Risiken der einzelnen Geschäftsfelder zu verbessern (DRS 3.1). Die Segmentierung hat anhand der operativen Segmente zu erfolgen (DRS 3.9). Ein operatives Segment ist definiert als UN-Teil, der geschäftliche Tätigkeiten entfaltet, um potentiell oder tatsächlich UE erzielen zu können und regelmäßig von der UN-Leitung überwacht wird, um dessen wirtschaftliche Lage zu beurteilen (DRS 3.8). Bestehen in der internen Organisations- und Berichtsstruktur mehrere Segmentierungen, ist über jene Segmentierung zu berichten, die die Chancen- und Risikostruktur des UN am besten widerspiegelt (DRS 3.11). Ein operatives Segment ist immer dann anzugeben, wenn entweder seine externen und intersegmentären Segmentumsätze oder seine Segmentergebnisse oder sein Segmentvermögen mindestens 10 % des jeweiligen Betrags der Gesamtumsätze, der Gesamtergebnisse bzw. des Gesamtvermögens ausmachen (DRS 3.15). Die Vergleichsgröße für die Segmentergebnisse wird durch das Zusammenfassen aller operativen Segmente mit positivem Ergebnis bzw. aller operativen Segmente mit negativem Ergebnis ermittelt, wobei der jeweils größere Betrag maßgebend ist. Sind die Voraussetzungen von DRS 3.15 im Folgejahr nicht mehr erfüllt, kann das anzugebende operative Segment bestehen bleiben, wenn ihm die (Konzern-)Leitung weiterhin eine wesentliche Bedeutung beimisst (DRS 3.17).

Ist die Summe der UE der anzugebenden Segmente geringer als 75 % der konsolidierten UE des UN, sind weitere operative Segmente anzugeben, bis wenigstens 75 % der UE durch die anzugebenden Segmente erreicht sind (DRS 3.12). Diese Segmente unterliegen nicht den Regeln der Pflichtabgrenzung von Segmenten gem. DRS 3.15 (DRS 3.16). Die Segmentberichterstattung folgt dem Stetigkeitsgrundsatz (DRS 3.46), daher ist bei Wegfall eines Segments gesondert darauf hinzuweisen (DRS 3.48).

UN müssen die Charakteristika für die Segmentabgrenzung bzw. die Segmentzusammenfassung erläutern sowie die Segmente beschreiben (DRS 3.25). Im Einzelnen ist für jedes anzugebende Segment und für die zusammengefassten sonstigen Segmente folgendes anzugeben (DRS 3.31):

(1) UE unterteilt nach externen und intersegmentären UE,
(2)

Segmentergebnis sowie die darin enthaltenen

- Abschreibungen,
- andere nicht zahlungswirksame Posten,
- Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten UN,
- Erträge aus sonstigen Beteiligungen,
(3) Vermögen einschließlich der Beteiligungen,
(4) Investitionen in das langfristige Vermögen,
(5) Schulden.

Zinsertrag und Zinsaufwand sind zusätzlich anzugeben, wenn als Segmentergebnis das anteilige Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit angegeben wird (DRS 3.32). Wird statt des anteiligen Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit das anteilige Periodenergebnis als Segmentergebnis ausgewiesen, sind neben dem zugehörigen Zinsertrag und -aufwand auch die entspr. Ertragsteuern anzugeben (DRS 3.33). Auf die entspr. Abschlusszahlen sind neben den Gesamtbeträgen der Segment-UE auch die Gesamtbeträge der Segmentergebnisse, der Segmentvermögen, der Segmentschulden sowie der sonstigen wesentlichen Segmentposten überzuleiten. Darüber hinaus sind wesentliche Überleitungsposten anzugeben und zu erläutern (DRS 3.37). UN sind verpflichtet, die Grundsätze für die intersegmentären Verrechnungspreise anzugeben (DRS 3.45). VG bzw. Schulden, die von mehr als einem Segment genutzt werden bzw. diesen zuzurechnen sind, sind aufzuteilen, wenn dies sachgerecht möglich ist und die korrespondierenden Komponenten des Segmentergebnisses nach den gleichen Kriterien zugeordnet werden (DRS 3.23). Die angewendeten Grundsätze für die Aufteilung sind zu erläutern (DRS 3.44).

 

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Stand: EL 18 – ET: 12/2013

DRS 3 wird durch die branchenspezifischen Vorschriften für die Segmentberichterstattung von Kreditinstituten (DRS 3-10) und von Versicherungs-UN (DRS 3-20) ergänzt. Diese schreiben für beide Branchenzweige eine Unterscheidung in primäre und sekundäre Berichtsformate vor (DRS 3-10.9 und DRS 3-20.11-13). Kreditinstituten ist es anders als nach den Regelungen in DRS 3.19 für die Segmentberichterstattung gestattet, von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des zugrunde liegenden Abschlusses abzuweichen, sofern für die Steuerung des Kreditinstituts vom externen Rechnungswesen abweichende interne Zahlen verwendet we...

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