Küting/Weber, Handbuch der ... / bbb) Degressive Leasingraten
 

Rn. 193

Stand: EL 18 – ET: 12/2013

Die Vereinbarung degressiver Leasingraten führt beim Leasingnehmer zu einer nicht periodengerechten Aufwandsverrechnung, falls die Leasingrate die Gegenleistung des Leasinggebers wertmäßig übersteigt. Ein Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung und damit eine periodengerechte Aufwandsverrechnung ist durch die Bildung eines aktivischen RAP herbeizuführen. Als Maßstab zur Aktivierung eines RAP dient der Aufwandsverlauf einer fiktiven Eigeninvestition des Leasingnehmers (vgl. ADS 1995, § 250, Rn. 131f.; Gelhausen, H. F./Henneberger, M. 2012, Rn. 233; a. A. Findeisen 1998, § 19, Rn. 84, der als Vergleichsmaßstab die hinreichend objektivierte degressive Nutzungsinanspruchnahme durch den Leasingnehmer heranzieht; ist eine hinreichende Objektivierung nicht möglich, soll nach Findeisen zum Vergleich auf die lineare Nutzungsinanspruchnahme abgestellt werden). "Da nicht davon ausgegangen werden kann, daß der Leasinggeber dem Leasingnehmer seine interne Kalkulation offenlegt" (Helmschrott, H. 1997, S. 234), steht der Aufwandsverlauf des Leasinggebers regelmäßig nicht als Vergleichsmaßstab zur Verfügung. Es ist jedoch anzunehmen, dass im Fall einer Aufwandsdegression beim Leasinggeber, die Auslöser der abnehmenden Ratenvereinbarung ist, eine solche auch bei der gedachten Eigeninvestition des Leasingnehmers zu unterstellen ist. Übersteigt die Degression der Leasingraten die des Aufwandsverlaufs der fiktiven Eigeninvestition des Leasingnehmers, ist der Differenzbetrag zwischen Leasingrate und dem aus der gedachten Eigeninvestition resultierenden Periodenaufwand in den aktiven RAP einzustellen. Umgekehrt ist der RAP ab dem Zeitpunkt aufzulösen, ab dem die Leasingrate den Aufwand aus der unterstellten Investition unterschreitet.

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