Standardsetter wollen Lücke beim Hedge Accounting schließen
Der International Accounting Standards Board (IASB) hatte im November 2013 im Rahmen der Überarbeitung der Regelungen zu Finanzinstrumenten einen neuen Abschnitt „Sicherungsbeziehungen“ an IFRS 9 veröffentlicht. Das dort noch ausgeklammerte Thema Macro-Hedge Accounting wird nun in einem Mitte April veröffentlichten Diskussionspapier (Discussion Paper DP/2014/1 - Accounting for Dynamic Risk Management: a Portfolio Revaluation Approach to Macro Hedging) aufgegriffen.
Das Diskussionspapier beschäftigt sich inhaltlich mit dem bislang fehlenden Bilanzierungsmodell für dynamische Sicherungsstrategien auf Portfoliobasis (dynamische Portfoliosicherung). Als konzeptionelle Leitlinie gilt eine stärkere Ausrichtung der Vorgaben zur bilanziellen Abbildung auf das bestehende unternehmensspezifische Risikomanagement. Bei einer Macro-Strategie des Risikomanagements wird nicht eine einzelne Risikoposition betrachtet bzw. gesichert, sondern ein Portfolio von Risikopositionen über einen Zeitraum, wobei einzelne dieser Risikopositionen fortlaufend ausgetauscht werden.
Kreditinstitute besonders betroffen
Bislang konnte insbesondere die von Kreditinstituten in der Praxis betriebene Zinssteuerung nicht adäquat in der Rechnungslegung abgebildet werden. Kreditinstitute haben daher häufig ihre bestehenden Portfolio Fair Value Hedges nach IAS 39.81A bzw. Macro Cashflow Hedges auf Grundlage der Regelungen in IAS 39.IG.F.6.2 fortgeführt.
Auf Basis des Diskussionspapiers sollen mögliche Alternativen eruiert werden, insbesondere wird der Neubewertungsansatz (sog. Portfolio Revaluation Approach (PRA)) hervorgehoben. Ein bestehendes, designiertes Portfolio von Grundgeschäften soll um Änderungen des gesicherten Risikofaktors angepasst werden. Bewertungserfolge werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (korrespondierend zur erfolgswirksamen Erfassung der Wertänderungen aus den zur Absicherung des Zinsrisikos eingesetzten Zinsderivate). Die Neubewertung erfasst allerdings nur Wertänderungen von Risikopositionen, die auf das abgesicherte Zinsrisiko zurückgehen. Wertänderungen aufgrund anderer Risiken (z.B. Kreditrisiko) unterliegen nicht der Neubewertung. Der sich ergebende Nettoergebniseffekt entspricht der verbleibenden offenen Risikoposition des Unternehmens (bzw. des Kreditinstituts) nach Absicherung des Zinsrisikos.
Das Diskussionspapier umfasst Themenbereiche und Problemstellungen, die sich infolge der Anwendung des Portfolio Revaluation Approach (PRA) ergeben können. Eine der zentralen (noch ausführlich zu diskutierenden) Fragen ist die Bestimmung welche Risikopositionen in die Neubewertung einzubeziehen sind und wie diese zu bemessen ist. Auch die Verwendung von internen Derivaten, also nicht mit externen Parteien geschlossene, wird diskutiert.
Der IASB bittet zu den im Detail im Diskussionspapier dargelegten Fragestellungen um schriftliche Rückmeldungen bis zum 17. Oktober 2014.
Praxistipp
Mit dem Diskussionspapier stellt der IASB einen möglichen Ansatz zur besseren bilanziellen Abbildung des von Unternehmen vorgenommenen dynamischen Risikomanagements von Portfolien (sog. Macro Hedging) vor. Es bleibt abzuwarten, wie die Praxis (insbesondere die Kreditinstitute) auf das Diskussionspapier reagiert.
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