Das Steuerrecht schränkt den Betriebsausgabenabzug für bestimme Sachverhalte teils oder in voller Höhe ein. Handelsrechtlich sind die Aufwendungen dennoch in voller Höhe gewinnmindernd zu berücksichtigen.[1]

Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen zum Teil nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 4a, 5 und 5b und § 9 EStG dar:

  • Geschenke im Wert von über 35 EUR[2]
  • 30 % der ordnungsgemäß nachgewiesenen und angemessenen Bewirtungskosten[3]
  • 100 % der nicht ordnungsgemäß nachgewiesenen oder unangemessenen Bewirtungskosten[4]
  • Aufwendungen für Gästehäuser, die sich außerhalb des Orts eines Betriebs des Steuerpflichtigen befinden[5]
  • Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen[6]
  • Verpflegungsmehraufwendungen, die bestimmte Pauschbeträge (ab 2020: 14 bzw. 28 EUR; zuvor: 12 bzw. 24 EUR) überschreiten[7]
  • Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte, soweit sie die Entfernungspauschalen überschreiten[8]
  • Mehraufwendungen wegen einer aus betrieblichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung, soweit sie die als Werbungskosten abziehbaren Beträge übersteigen.[9]
  • Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung.[10] Dies gilt jedoch nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abzugsfähigen Betriebsausgaben auf 1.250 EUR begrenzt. Die Beschränkung entfällt, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

     
    Hinweis

    Homeoffice-Pauschale

    Mit dem Jahressteuergesetz (JStG) 2020[11] hat der Gesetzgeber befristet für die Jahre 2020 und 2021[12] eine sog. Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag, höchstens 600 Euro im Jahr eingeführt.[13]

    Die Pauschale kann in Anspruch genommen werden, wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder wenn auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird.

    Der Steuerpflichtige kann in diesem Fall für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht, für seine gesamte betriebliche Betätigung einen Betrag von 5 EUR abziehen, höchstens 600 EUR im Wirtschafts- oder Kalenderjahr. Mit der Tagespauschale sind alle (Mehr-)Aufwendungen für die Nutzung der häuslichen Wohnung abgegolten.

  • Andere die Lebensführung berührende Ausgaben, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind.[14]
  • Von einem Gericht oder einer Behörde festgesetzte Geldbußen (Strafen), Ordnungsgelder und Verwarngelder und vergleichbare Sanktionen.[15]

     
    Hinweis

    Erweiterung des Abzugsverbots von Geldbußen

    Mit dem sog. Jahressteuergesetz 2019[16] wurde das Abzugsverbot auf von anderen EU-Mitgliedstaaten festgesetzte Geldbußen ausgeweitet. So können Geldbußen, Ordnungsgelder und Verwarnungsgelder, die in anderen Mitgliedstaaten der EU nach dem 31.12.2018[17] festgesetzt werden, ebenfalls nicht mehr als Betriebsausgaben abgezogen werden.

    Des Weiteren wurde bestimmt, dass andere Aufwendungen, die mit der Geldbuße, dem Ordnungsgeld oder dem Verwarnungsgeld im Zusammenhang stehen, wie diese selbst nicht den Gewinn mindern dürfen. Da z. B. auch die Zinsen zur Finanzierung der Geldbuße durch die nicht abzugsfähigen Aufwendungen veranlasst sind, fallen sie nun ab dem 31.12.2018 ebenfalls unter das Abzugsverbot.

    [18]

  • Steuern und deren Nebenleistungen.[19]
  • Ausgleichszahlungen, die in den Fällen der §§ 14,17 und 18 des KStG an außenstehende Anteilseigner geleistet werden[20].
  • Zinsen auf hinterzogene Steuern[21]

     
    Hinweis

    Zinsen auf hinterzogene Steuern und Nachzahlungszinsen

    Nach § 235 Abs. 4 AO sind bei der Verzinsung von hinterzogenen Steuern "normale"Nachzahlungszinsen (§ 233a AO), die für denselben Zeitraum festgesetzt werden, anzurechnen. Mit dem sog. Jahressteuergesetz 2019[22] werden nun diese, nach 235 Abs. 4 AO anzurechnenden Nachzahlungszinsen in das Betriebsausgabenabzugsverbot einbezogen. Das neue Abzugsverbot gilt für nach dem 31.12.2018 festgesetzte Zinsen.[23]

  • Aufwendungen für Steuerpflichtige, die ihren Gewinn nach § 5a Abs. 1 EStG (Gewinnermittlung bei Handelsschiffen im internationalen Verkehr) ermitteln.
  • Zuschläge nach § 162 Abs. 4 AO im Rahmen der Schätzung von Besteuerungsgrundlagen mangels verwertbarer Aufzeichnungen)[24]
  • Zuwendungen von Vorteilen sowie damit zusammenhängende Aufwendungen (Schmier- und Bestechungsgelder) unter bestimmten Voraussetzungen[25]
  • Aufwendungen zur Förderung staatspolitischer Zwecke (Zuwendungen an politische Parteien).[26]
  • Gewerbesteuer ab dem Erhebungszeitraum 2008[27]
  • Schuldzinsen, die auf Überentnahmen beruhen[28]
  • Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt.[29] Ein Abzug kann ggf. als Sonderausgabe nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG berücksichtigt werden.

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