Zusammenfassung

 
Überblick

Wenn es um eine so umfassende Aufgabe wie Nachhaltigkeit geht, ist es klar, dass es ein Einzelner allein nicht schaffen kann. Es braucht ein Team – ein Team mit gemeinsamen Werten und gemeinsamen Zielen. Während früher Nachhaltigkeit oftmals als isoliertes Thema betrachtet und eher als nachträglicher Gedanke behandelt wurde, hat sich in den letzten Jahren eine stärker integrierte Sicht durchgesetzt. Dies folgt der allgemeinen Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten einer Verankerung im Kerngeschäft bedarf. Zudem ist eine crossfunktionale Zusammenarbeit über die gesamte Unternehmensstruktur hinweg nötig. Neben einer aktiven Einbindung der Geschäftsführung ist damit eine zentrale Governance-Struktur gefordert, die eine abteilungsübergreifende Steuerung der Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten sicherstellt.

1 Mitwirkung der verschiedenen Unternehmensbereiche

 
Praxis-Beispiel

Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie

Viele Unternehmen haben sich verpflichtet, Klimaneutralität zu erreichen. Ein Schritt ist hierbei die Reduktion der eigenen direkten Emissionen und des Energieverbrauchs im Tagesgeschäft. Hierfür müssen auch bestehende Prozesse neu bewertet sowie die Lieferkette betrachtet werden. So sind neben den Bereichen, die Emissionen direkt und kurzfristig beeinflussen können, wie z. B. Produktion oder Einkauf, auch Funktionen zu involvieren, die für eine langfristige Umsetzung unabdingbar sind. Hier sind z. B. Forschung & Entwicklung, das Produktmanagement sowie die Geschäftsleitung anzuführen. Des Weiteren sind i. d. R. das Nachhaltigkeitsmanagement selbst sowie der Finanzbereich in die erfolgreiche Orchestrierung, Planung und Steuerung eingebunden. Aber auch weitere Funktionen wie z. B. Investor Relations sind für die Sicherstellung einer adäquaten Kommunikation und die Erfüllung der Offenlegungsverpflichtungen zu involvieren.

Es wird deutlich: Nachhaltigkeit muss ganzheitlich betrachtet werden und eine Vielzahl von Bereichen und Funktionen leisten ihren Beitrag.

Die meisten Unternehmen strukturieren ihre Nachhaltigkeitsarbeit entlang verschiedener Handlungsfelder. Sie zeigen damit die Positionierung des Unternehmens in Bezug auf wesentliche Themen auf und nutzen die Handlungsfelder zur Formulierung von Zielen sowie Ableitung von Aktivitäten. Im Rahmen der inhaltlichen Definition der Handlungsfelder erfolgt regelmäßig eine thematische Zuordnung im Unternehmen.

Aber welche Rolle kommt welchem Bereich bzw. welcher Funktion im Unternehmen typischerweise im Kontext der Nachhaltigkeit zu? Diese Frage soll im Folgenden beantwortet werden.

Abbildung 10 zeigt die vereinfachte Zuordnung, welche im Weiteren pro Bereich näher beschrieben wird.

Abb. 10: Fokusthemen der Unternehmensbereiche im Kontext von Nachhaltigkeit

2 Geschäftsführung

Funktionen: Unternehmensstrategie – Konzernkommunikation – M&A

Die Geschäftsführung (CEO in Abb. 10) ist häufig in der Funktion des Antreibers, des Kommunikators und des Dirigenten. Sie bestimmt wesentlich den sog. "Tone at the Top". Nicht selten liegt in der Praxis im Geschäftsführungsbereich auch die Verantwortung für das Ressort Nachhaltigkeit.

Definition der Ambition

Die Kernaufgabe der Geschäftsleitung bzw. des CEOs besteht darin, die strategische Ambition des Unternehmens hinsichtlich Nachhaltigkeit festzulegen. In der unternehmerischen Praxis bewegen sich hier die Unternehmen regelmäßig zwischen 2 Polen:

  • Auf der einen Seite gibt es Unternehmen, die ausschließlich gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen möchten, bzw. gegebenenfalls vermeiden wollen, Wettbewerbsnachteile durch Nachhaltigkeit zu erleiden.
  • Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die kurzfristig zusätzliche Ausgaben sowie das Risiko eines First Mover Disadvantages auf sich nehmen und dafür auf mittel- und langfristige Vorteile für das Bestehen des Unternehmens setzen.

Integration in die Unternehmensstrategie

Neben der Ambition hat die Geschäftsführung die Vorgaben und die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie zu gestalten. Während früher zumeist nur eine isolierte Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt wurde, die in der übergreifenden Unternehmensstrategie kaum Resonanz gefunden hat, werden Nachhaltigkeitsthemen heute immer stärker in die Unternehmensstrategie integriert. Der Purpose des Unternehmens, bzw. der ökologische und soziale Impact werden zunehmend dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens beigestellt. Eine Detaillierung im Sinne einer funktionsübergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie ist zudem sinnvoll.

Berücksichtigung bei M&A Aktivitäten

Auch im Rahmen von M&A Aktivitäten finden Nachhaltigkeitsfaktoren zusehends Berücksichtigung. Bei Akquisitionen werden neben technischen und kommerziellen Aspekten im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung zunehmend der Fit zu den eigenen Nachhaltigkeitszielen analysiert und in die Bewertung aufgenommen. Auch beim Verkauf von Unternehmensbestandteilen werden die Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt.

Kommunikation mit Stakeholdern

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