Verdeckte Einlage: Auswirku... / 3 Auswirkungen der Einlage

3.1 Gesellschaftsebene

Auf der Ebene der Gesellschaft kommt es zu folgenden steuerlichen Auswirkungen:

  • Aktivierung des erhaltenen Wirtschaftsguts (i. d. R. mit dem Teilwert).

    Die Gesellschaft aktiviert das eingelegte Wirtschaftsgut auf der Aktivseite ihrer Bilanz bzw. minimiert auf der Passivseite einen Bilanzposten. Dies führt bei einer verdeckten Einlage i. d. R. – handelsrechtlich zutreffend – zu einem außerordentlichen Ertrag.

  • Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern erfolgt AfA aus dem Einlagewert.

    Von dem aktivierten Wert kann unter den Voraussetzungen des § 7 EStG AfA vorgenommen werden.

    Wenn das Wirtschaftsgut zuvor von dem Gesellschafter zur Einkunftserzielung genutzt wurde, darf die AfA nur aus dem Restwert vor Einlage vorgenommen werden.

  • Im Normalfall darf eine Veränderung des Einkommens durch verdeckte Einlagen nicht erfolgen; sie sind zu neutralisieren. Ein verbuchter außerordentlicher Ertrag ist daher außerbilanziell zu korrigieren (Abrechnung).

Eine Einkommenserhöhung tritt bei verdeckten Einlagen dann ein, wenn

  • das Einkommen des Gesellschafters durch die Einlage gemindert wurde oder
  • die verdeckte Einlage auf einer verdeckten Gewinnausschüttung einer dem Gesellschafter nahestehenden Person beruht und diese verdeckte Gewinnausschüttung bei der Besteuerung des Gesellschafters nicht berücksichtigt wurde; es sei denn, die verdeckte Gewinnausschüttung hat wiederum bei der leistenden Gesellschaft das Einkommen nicht erhöht.

    In diesem Fall erhöhen sich nicht die Anschaffungskosten der Beteiligung.

Stellt die Einlage kein Zugang beim Stammkapital dar, ist sie dem steuerlichen Einlagekonto gutzuschreiben.

Zudem besteht eine eigenständige Berichtigungsvorschrift im Körperschaftsteuergesetz. Soweit gegenüber dem Gesellschafter ein Steuerbescheid oder ein Feststellungsbescheid hinsichtlich der Berücksichtigung einer verdeckten Einlage erlassen, aufgehoben oder geändert wird, kann ein Steuerbescheid gegenüber der Körperschaft, der der Vermögensvorteil zugewendet wurde, aufgehoben, erlassen oder geändert werden.

3.2 Gesellschafterebene

Die Einlage des Gesellschafters hat auf Ebene des Gesellschafters, soweit sich die Anteile im Privatvermögen befinden, auf sein Einkommen keine unmittelbaren ertragsteuerlichen Auswirkungen, da die verdeckte Einlage steuerlich nicht als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus Kapitalvermögen berücksichtigt werden kann. Es ergeben sich aber folgende Auswirkungen:

  • Nachträgliche Anschaffungskosten auf die Beteiligung i. H. d. Teilwerts der Einlage.

    Dies ist insbesondere bei Beteiligungen i. S. v. § 17 EStG und bei privaten Veräußerungsgeschäften i. S. v. § 23 EStG von Bedeutung.

    Befindet sich die Beteiligung an einer Gesellschaft im Betriebsvermögen, erhöht die Einlage den Wert der Beteiligung und ist als zusätzliche Anschaffungskosten auf dem Beteiligungskonto zu aktivieren.

 

Wichtig

Einlagen durch nahestehende Personen

Beim Gesellschafter erhöhen sich im Fall von Einlagen durch nahestehende Personen nicht nachträglich die Anschaffungskosten auf die Beteiligung des Gesellschafters (Drittaufwand).

 

Praxis-Beispiel

Verdeckte Einlage

Der Einzelunternehmer A kauft für sein Einzelunternehmen von der A-GmbH, deren gesamte Anteile er in seinem Betriebsvermögen hält, ein Grundstück. Der Verkehrswert des Grundstücks beträgt 200.000 EUR, der Kaufpreis 300.000 EUR.

Der Gewinn der GmbH ist um 100.000 EUR zu hoch ausgewiesen. Er ist um die verdeckte Einlage zu kürzen. Die 100.000 EUR führen bei der GmbH zu einer Vermögensmehrung, die als Zugang im Einlagekonto zu behandeln ist.

Im Betriebsvermögen des Einzelunternehmens ist das Grundstück nur mit 200.000 EUR zu aktivieren. Der Differenzbetrag von 100.000 EUR ist auf dem Beteiligungskonto zu buchen (Aktivierung nachträglicher Anschaffungskosten auf die Beteiligung).

  • Die Refinanzierungskosten sind teilweise abzugsfähige Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben. In Fällen der Abgeltungssteuer entfällt ein Abzug.
  • Verdeckte Einlage kann ein privates Veräußerungsgeschäft i. S. v. § 23 EStG sein.

    Eine offene Einlage kann unter § 23 Abs. 1 Satz 1 EStG fallen. Die Gewährung von Gesellschaftsrechten ist dabei als Entgelt zu betrachten.

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