Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 2.3 Umrechnungsdifferenzen
 

Rz. 17

Eine bei Anwendung der modifizierten Stichtagskursmethode entstehende Umrechnungsdifferenz ist nach § 308a Satz 3 HGB im Konzerneigenkapital nach den Rücklagen unter der Bezeichnung "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" auszuweisen.

 

Rz. 18

Die Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenz in einer Berichtsperiode setzt sich aus zwei Effekten zusammen: Zum einen resultiert sie aus dem Produkt von bilanziellem Reinvermögen zu Periodenbeginn multipliziert mit dem Delta aus dem Kurs am Periodenende und dem Kurs am Periodenanfang. Zum anderen aus dem Produkt der Reinvermögensänderung der Periode multipliziert mit dem Delta aus dem Kurs am Periodenende und dem Periodendurchschnittskurs. Dieses Grundschema ist anzupassen, wenn Kapitalmaßnahmen wie Kapitalerhöhungen, Kapitalherabsetzungen oder Ausschüttungen stattgefunden haben.

 

Praxis-Beispiel

Ein in Fremdwährung (FW) bilanzierendes TU weist zum 1.1.01 ein bilanzielles Reinvermögen (EK) i. H. v. 100 FW aus. Zum 31.12.01 beträgt das bilanzielle Reinvermögen 120 FW. Da es in der Periode keine Kapitalzuführungen oder Kapitalentnahmen gab, zeigt die GuV einen Jahresüberschuss i. H. v. 20 FW.

In der Periode 01 gelten die folgenden Kurse:

 
  1 EUR = … FW
1.1.01 1,30
Durchschnittskurs 1,10
31.12.01 1,00

Die sich in der Periode 01 ergebende Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenz lässt sich wie folgt rechnerisch herleiten:

 
  FW EUR EUR EUR Delta
    Kurs 1.1. Ø-Kurs Kurs 31.12.  
    1,30 1,10 1  
Reinvermögen 1.1. 100 76,92   100 23,08
Jahresüberschuss 20   18,18 20 1,82
Reinvermögen 31.12. 120 Währungsumrechnungsdifferenz: 24,90

Die Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenz in der Periode 01 entspricht einem noch nicht realisierten Erfolg. Sowohl dem am Anfang der Periode in Fremdwährung vorhandenen Reinvermögen als auch der in der Periode erwirtschafteten Reinvermögensmehrung entsprechen am Periodenende aufgrund der Fremdwährungsaufwertung höhere Euro-Beträge als bei Umrechnung mit dem Kurs am Periodenanfang bzw. mit dem Durchschnittskurs.

 

Rz. 19

Sind an dem in Fremdwährung bilanzierenden TU Minderheitsgesellschafter beteiligt, so ist der auf sie entfallende Teil der Währungsumrechnungsdifferenz dem Posten "nicht beherrschende Anteile" zuzurechnen (DRS 23.156; DRS 25.54). Für den EK-Spiegel empfiehlt DRS 22.14, die auf die Minderheitsgesellschafter entfallende Währungsumrechnungsdifferenz gesondert darzustellen (§ 297 Rz 50 ff.).

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