25.07.2012 | Lehren aus der Krise

Risikomanagement in deutschen Unternehmen wird kontinuierlich verbessert

Bild: „Risk-Management-Benchmarking 2011/12“, PWC, 2012, S. 19.

Das Risikomanagement wird in vielen Unternehmen stärker formalisiert. Richtlinien werden häufiger überprüft als früher. Raum für Verbesserungen besteht vor allem im Bereich der Mitarbeiterschulung.

Formale Vorgaben beim Risikomanagement erhalten höhere Bedeutung

Die Risikokultur eines Unternehmens beeinflusst maßgeblich die Wahrnehmung und Einstellung der Mitarbeiter zu entstehenden Risiken. Durch seine Vorgaben und vorgelebten Verhaltensweisen kann das Top-Management positiv auf die Risikokultur einwirken. Abbildung 1 in der Bilderserie stellt die zahlreichen Vorgaben der Unternehmensleitung für das Risikomanagementsystem dar.

Auffällig ist, dass bis auf zwei Ausnahmen jede der genannten Maßnahmen in 2011 häufiger genutzt wird als in 2010. Ferner zeigt sich, dass eine Reihe an Vorgaben bereits eine sehr hohe Verbreitung gefunden hat. Zu den drei häufigsten Maßnahmen mit jeweils 95% der Nennungen zählen

  • die formale Definition von Verantwortlichkeiten
  • die Risikodefinition
  • die Regelungen zur Berichterstattung

 

Trotz dieser positiven Tendenzen besteht an einigen Stellen noch Handlungsbedarf. Weit weniger als die Hälfte der Unternehmen hat das Risikomanagement in die Unternehmenssteuerung integriert. Auch die Risikostrategie existiert lediglich in 29% der befragten Unternehmen. Immerhin ist dies bereits mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.

Anpassungen der Risikomanagement-Richtlinien erfolgen regelmäßig

Die Richtlinien sollten regelmäßig an neue Umstände angepasst werden. 35% der Befragten führt daher eine jährliche Überprüfung seiner Risiken durch. In 68% der Fälle kam es in den letzten 12 Monaten zu Anpassungen der etablierten Richtlinien. Viele dieser Anpassungen wurden erst vor weniger als 6 Monaten umgesetzt (siehe Abbildung 2).

Auslöser von Anpassungen sind häufig Ergänzungen durch den Neuerwerb einer Tochtergesellschaft oder Adjustierungen der Wesentlichkeitsgrenze. Eine grundsätzliche Entscheidung ist zudem, ob sich die Risikomanagement-Richtlinie auf den gesamten Konzern beziehen soll oder ob mehrere Richtlinien für verschiedene Geschäftseinheiten angefertigt werden sollen. Mit 81% entscheidet sich die Mehrheit der Unternehmen für eine konzerneinheitliche Regelung. Bei Unternehmen mit heterogenen Geschäftseinheiten und Prozessen können jedoch Adjustierungen sinnvoll sein.

Maßnahmen zur Steigerung des Risikobewusstseins noch ausbaufähig

Besonders häufig genutzt werden Schulungen für unterschiedliche Zielgruppen in den meisten Firmen noch nicht. 26% der Befragten führen keine erkennbaren Maßnahmen durch. Auch kostengünstige Schulungsansätze wie E-Learning werden noch nicht anwendet. Besonders verbreitet sind hingegen die Informationsverbreitung per Email und die Schulung von betroffenen Mitarbeitern (siehe Abbildung 3).

Grundlagen

Der Beitrag beruht auf der Studie „Risk-Management-Benchmarking 2011/12“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG. An der im Februar 2012 publizierten Umfrage nahmen 38 deutsche Großunternehmen aller Branchen teil.

Zu den vollständigen Studienergebnissen

Hier geht's zur Bilderserie "Risikomanagement: Ergebnisse einer PwC-Studie 2012"

Schlagworte zum Thema:  Risikomanagement, Planung

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