Mithilfe des Minilabors lässt sich in kürzester Zeit ein Ergebniss erzielen Bild: Haufe Online Redaktion

Die besten Innovationen deutscher Unternehmen in den drei Kategorien wurden mit dem „Deutschen Innovationspreis“ ausgezeichnet. Der Sieger im Mittelstand, das Biotechunternehmen Alere Technologies GmbH, überzeugt zudem mit seinem nachhaltigen Ansatz.

In der Kategorie der Mittelständler wurde das Biotechunternehmen Alere Technologies GmbH prämiert. Herausragend war die Erfindung eines Medizinlabors im Kassettenformat, mit dem dank seiner Größe in allen Teilen der Welt Diagnosen gestellt werden können. Statt mehrerer Tage benötigt das tragbare Gerät lediglich 45 Minuten, um beispielsweise aufzeigen zu können, ob ein Patient an HIV erkrankt ist oder nicht.

Vor allem Entwicklungsländer profitieren von der Erfindung

Gerade in Afrika ist der Weg in das nächste Krankenhaus oftmals sehr weit und beschwerlich, weshalb sich viele Patienten, vor allem mit dem HI-Virus, nicht behandeln lassen können. Dank des Minilabors kann dieses Problem zumindest im Teil gelöst werden. Anders als die meisten HIV-Tests wird das Blut in dem Minilabor nicht nach Antikörpern untersucht, sondern nach Viren. Dadurch wird die frühkindliche Diagnose erleichtert, da mit Gewissheit gesagt werden kann, ob ein Kind gesund oder infiziert ist. Das handliche Gerät bietet aber noch mehr Vorteile. So ist beispielsweise die Bedienung einfach und schnell verständlich und bedarf keiner langen Einarbeitungsphase. Zudem kann das Gerät dank Solarpacks mit Sonnenenergie an jedem Ort der Welt betrieben werden.

Technik des Medizinlabors ist revolutionär

Eines der wichtigsten Argumente für das Medizinlabor im Kassettenformat ist seine Technik. In die Kartusche, die sich am oberen Ende des Gerätes befindet, wird die Blutprobe des Patienten eigefüllt. Wird die Kartusche in das Labor eingelegt, schießt aus einer Spritze, die am unteren Ende befestigt ist, eine Flüssigkeit, die die DNA zunächst reinigen soll. Zusätzlich werden dabei spezielle Enzyme gelöst, welche die DNA vervielfältigen, damit der Chip diese auslesen kann.  Da die Enzyme schockgefroren werden und in Pulverform in der Kartusche sind, ist eine Kühlung nicht notwendig.

Der US-Konzern Alere Technologies verkauft seine Geräte hauptsächlich an Nichtregierungsorganisationen, die diese in den Entwicklungsländern bereitstellen. Doch auch  europäische Kunden sind von Interesse. In den ländlichen Räumen stehen immer weniger Ärzte zur Verfügung, weshalb auch hier ein Medizinlabor, das schnell und einfach Diagnosen stellen kann, dringend benötigt wird. Derzeit wird in dem Unternehmen daran gearbeitet, weitere Analysekarten für Erkrankungen zu entwickeln.

Deutscher Innovationspreis mit langjähriger Tradition

Der Deutsche Innovationspreis ist am 31. März 2017 zum siebten Mal von der Wirtschaftswoche in Kooperation mit den Unternehmen Accenture, Evonik Industries und EnBW unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie verliehen worden.

Schlagworte zum Thema:  Innovation, Labor

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