Servitization: Wie Hersteller ihr Portfolio in Services verwandeln und den Kundenwert steigern
Die digitale Transformation bietet der Fertigungsindustrie weltweit durch Smart Factory großes Potential, das von vielen Unternehmen bereits ausgeschöpft wird. Weitaus weniger wurde international hingegen die Chance der Servitization verfolgt, d.h. Kunden ergänzende Services zu bestehenden Produkten zu offerieren.
Studie bestätigt Wettbewerbspotenziale durch Servitization
International Data Corporation (IDC) ließ in 2018 untersuchen, inwieweit deutsche, produzierende Unternehmen die Digitalisierung nutzen, um technologie- und datenbasierte Angebote zu entwickeln und ihren Kunden anzubieten. Dazu zählt u. a., dass ein Kunde nicht mehr wie gewohnt die Maschine beim Hersteller erwirbt, sondern lediglich für die tatsächliche Nutzung der Maschine zahlt.
Die Erschließung neuer Geschäftsmodelle ist in den deutschen Unternehmen derzeit noch sehr unterschiedlich ausgeprägt (s. Abb.). So nutzen stark wachsende Firmen zu 43 % ihre IT, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und Wettbewerbsvorteile zu generieren. Bei leicht wachsenden Unternehmen sind es nur noch rund 27 %, stagnierende Unternehmen hingegen liegen mit 14 % weit unter den Angaben erfolgreich agierender Unternehmen.
Abb. 1: Nutzung der IT zur Erschließung neuer Geschäftsmodelle
Quelle: IDC Studie „Wie Sie mit digitalen Geschäftsmodellen und neuen Partnerschaften die Chance der Digitalisierung ergreifen“, 2018.
Ebenso konnte die Befragung herausfinden, dass 37 % der Teilnehmer ihren Kunden bereits datenbasierte Dienste, wie automatisiere Ersatzteilbeschaffung oder Predictive Maintenance anbieten. Jeder zehnte Herstelle geht sogar schon darüber hinaus und stellt sein Produkt oder seine Leistung „as-a-Service“ zur Verfügung.
Fünf Instrumente für eine erfolgreiche Etablierung der Servitization
Die Service Alliance der Cambridge Universität beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit dem Trend der Servitization. Ihre Erkenntnisse für das Antreiben und Verstärken des Erfolgs haben sie in fünf Schlüsselmethoden zusammengefasst:
- Vorrausschauende Analysemethoden zur Prognose fehlerhafter Betriebszustände (Predictive Maintenance)
- Produktanpassungen via Fernkommunikation (Remote)
- Verbrauchsdatenerfassung für die Entwicklung kundenspezifischer Service-Angebote (Consumption Monitoring)
- Push-Informationen für Mitarbeiter und Kunden über mobile Plattformen (z.B. Apps)
- Mobile Plattformen mit Fernzugang zu Wartungsdaten, Produktdetails etc. (z.B. Cloud)
Mit der digitalen Transformation kam auch die Möglichkeit der Kundenbedienung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Unternehmen, die die Möglichkeiten der Servitization bisher nicht in Erwägung ziehen, können ihr Produktportfolio nicht weiterentwickeln – und verschenken damit weitere Umsatzsteigerungen.
Enger Kundenkontakt weiterhin essenziell für ökonomische Wertsteigerungen
Die Auswertung der großen Datenmengen, die z.B. über das Consumption Monitoring generiert werden können, ist nicht ausreichend, damit ein Unternehmen sein Servicepaket optimieren kann. Der persönliche Kundenkontakt ist weiterhin nicht zu vernachlässigen. In der Realität werden allerdings relevante Informationen meist nicht systematisch abgefragt und zurückgespielt. Die Quintessenz daraus ist, dass die Informationen für die Entwicklung und den Vertrieb passender Serviceangebote nicht genutzt werden können.
Um diese Fehler zu vermeiden, sollten Unternehmen das Servitization-Konzept sowohl in der Strategie als auch im Geschäftsmodell verankern. Die Veränderung des Mindsets verlangt mehr Kundenorientierung und Flexibilität. Erst die umfassende Einbindung des Kunden macht das Konzept der Servitization effektiv und erfolgreich.
Über die Studie
Für die IDC-Studie wurden im Juli 2018 über 200 Führungskräfte befragt. Die Unternehmen umfassen Hersteller, Händler, Dienstleister und Zulieferer ab einer Mitarbeitergröße von 100 Personen, vor allem aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung.
-
So führen Sie mehrere Excel-Tabellenblätter in einer Pivot-Tabelle zusammen
313
-
Mit der Formel SUMME über mehrere Excel-Tabellenblätter schnell und einfach Werte addieren
252
-
Diagramme mit gestapelten Säulen erstellen
233
-
Mit den Formeln LÄNGE, LINKS, RECHTS Textbausteine aus Zellen extrahieren
205
-
Mit der Formel INDIREKT dynamische Zellen- und Bereichsbezüge erstellen
172
-
Datumswerte in Pivot-Tabellen mithilfe einer Gruppierung zusammenfassen
152
-
EXCEL-TIPP: Mittelwert ohne Null ermitteln
146
-
Nur sichtbare Zellen in Excel auswählen
129
-
Automatische Formelberechnung in Excel deaktivieren
92
-
Wie Sie Datumsangaben in einer Pivot-Tabelle zum Filtern nutzen
87
-
Jahreskonferenz Strategie & Transformation (18.06.2026)
21.04.2026
-
Mein Schoggijob im Controlling – zwischen Zahlen, Zielen & Genuss
16.04.2026
-
Haufe Online Days: Jahresforum Controlling (16./17.09.2026)
15.04.2026
-
Tabular Foundation Models: Neues KI-Werkzeug für datengetriebenes Performance Management
10.04.2026
-
Künstliche Intelligenz und Data Science im Controlling verstehen und anwenden
08.04.2026
-
Komplexität in Zeiten von Stagnation und Krise reduzieren
07.04.2026
-
Transformation des CFO-Bereichs bei der Deutschen Bank: KI-gestütztes Performance Management
01.04.2026
-
KIs als Vorstandsmitglieder: Die Zukunft des Managements oder ein neues Power-Duo?
30.03.2026
-
Performance Management bei ebm-papst: Wertbeitrag strategischer Initiativen im Fokus
26.03.2026
-
ICV Péter Horváth Newcomer Award 2026: bis 15. Mai bewerben
24.03.2026