31.05.2012 | Nachhaltigkeit

Steuerung mit Leitbild und Unternehmenswerten

Bild: Ernst & Young, Universität Wuppertal, Berner Fachhochschule, 2012; S. 13.

Nachhaltige Unternehmensführung hat sich in den letzten Jahren im Mittelstand etabliert. Als Steuerungsinstrumente werden vor allem Leitbilder sowie die kommunizierten Unternehmenswerte eingesetzt. Erfolgsentscheidend ist dabei weiterhin der Chef.

Nachhaltige Unternehmensführung ist im Mittelstand angekommen

Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit ist im Mittelstand seit der letzten Befragung 2007 relativ konstant geblieben. Etwas weniger als die Hälfte der Befragten geben an, sich regelmäßig um nachhaltige Aktivitäten zu kümmern. Branchen, die besonders eng mit Endverbrauchern zusammenarbeiten, zeigen ein höheres Interesse an Nachhaltigkeit als verbraucherferne Branchen. So lassen sich auch die 53 % der positiven Antworten im Handel erklären im Vergleich zu den 41 % im Bau und 44 % in der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe.

Ein weiterer wichtiger Indikator für das erhöhte Interesse mittelständischer Unternehmen ist das verbesserte Begriffsverständnis. Fast 40 % verbinden mit nachhaltiger Unternehmensführung ein integriertes, fest etabliertes Modell mit großer Tragweite anstelle von Einzelaktivitäten.

Verankerung von Nachhaltigkeit im Mittelstand vor allem durch Leitbilder und Werte

Die hohe Bedeutung von Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in den Steuerungsinstrumenten der Mittelständler wieder (siehe Abbildung). Die ersten drei Plätze belegen

  • Unternehmensleitbilder mit 60,5 %
  • Unternehmenswerte mit 58,7 %
  • Nachhaltigkeitsorientiertes Qualitätsmanagement mit 55,0 %

Besonders Leitbilder und Unternehmenswerte weisen auf die grundsätzliche Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung hin. Stärker umsetzungsorientiert sind die Maßnahmen im Qualitätsmanagement und Zertifizierungen. Auch das Thema Compliance kommt nicht zu kurz. 53 % der Befragten nennen Korruptionsbekämpfung und weitere 43 % die Existenz eines Verhaltenskodex als wichtige Bestandteile ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.

Nachhaltigkeit ist Chefsache

Für rund zwei Drittel der Mittelständler ist Nachhaltigkeit Aufgabe des Managements. Dies ist ein konstant hohes Niveau im Vergleich zu 2007. Positiv ist auch, dass mittlerweile nicht nur die Chefs für nachhaltige Aktivitäten verantwortlich sind, sondern auch die Arbeitsebene darunter. Denn die Überzeugung des Managements alleine ist nicht ausreichend, um alle Mitarbeiter auf die neuen Anforderungen einzuschwören.

 

Die bisherige Entwicklung

Nachhaltigkeit wird bereits seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit diskutiert. Die Etablierung dieses Themas in die unternehmerische Praxis verläuft jedoch eher schrittweise. Denn nachhaltige Unternehmensführung ist freiwillig. D.h. Unternehmen engagieren sich aus freien Stücken über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus. Ziel nachhaltiger Unternehmensführung ist es, mit wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedürfnissen möglichst ausgeglichen und schonend umzugehen.

Grundlagen

Die Publikation „Agenda Mittelstand: Nachhaltige Unternehmensführung – Lage und aktuelle Entwicklungen im Mittelstand“ wurde 2012 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, der Universität Wuppertal und der Berner Fachhochschule veröffentlicht. Insgesamt nahmen 500 mittelständische Unternehmen an der Befragung teil.

Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeit, Leitbild, Mittelstand

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