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Mit Hilfe des Logistikcontrollings sollen die Ziele im Logistikmanagement optimal erreicht werden. Welche Aufgaben, Kennzahlen und Instrumente dies umfasst, wird im Folgenden näher erläutert.

Was ist Logistikcontrolling: Definition

Im Logistikcontrolling laufen die Bereiche Logistik und Controlling als Führungssystem zusammen. Sinn des Logistikcontrollings ist die Bereitstellung von Informationen, um die Prozessleistung und die Prozessgestaltung mit geeigneten Maßnahmen verbessern zu können. Welche Sachgebiete das Logistikcontrolling vereint, wird in Abbildung 1 dargestellt.

Bild: Gabler Wirtschaftslexikon (2018): Logistik-Controlling, online
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Unter dem Begriff Logistik versteht man im Allgemeinen die „Bereitstellung benötigter und Entsorgung unerwünschter Sachgüter in den erforderlichen Mengen zum jeweiligen Bedarfszeitpunkt an den vorgegebenen Orten durch Transportieren, Umschlagen und Lagern im Beschaffungs-, Produktions- und Absatzbereich“ (vgl. Bogaschewsky/Götze, Management und Controlling von Einkauf und Logistik, 2003, S. 29).

Ziele von Logistikcontrolling

Wie in jedem Unternehmensbereich, sollen auch in der Logistik die übergeordneten Unternehmensziele erreichen werden. Diese lassen sich explizit von der Unternehmensstrategie ableiten. Zu den Logistikzielen gehören:

  • der Erhalt der Lieferbereitschaft,
  • die optimale Kapazitätsauslastung,
  • die Kostenminimierung,
  • die Verkürzung der Durchlaufzeiten und
  • die Minimierung der Beschaffungsrisiken

Das Logistikcontrolling muss darauf achten, dass zwischen den einzelnen Zielen keine Konfliktsituationen entstehen.

Logistikcontrolling: Aufgaben

Mittels der Aufgaben des Logistikcontrollings sollen die zuvor definierten Ziele erreicht werden können. Dementsprechend ist es die Hauptaufgabe, die logistischen Abläufe zu verbessern. Übergeordnet können drei Aufgaben festgehalten werden,

  • die Koordinationsfunktion,
  • die überreifenden Koordinationsaufgaben und
  • die Servicefunktionen.

Werden diese weiter aufgegliedert, lassen sie sich unterscheiden in operative und strategische Aufgaben.

Operatives Logistikcontrolling

Aufgaben des operativen Logistikcontrollings sind:

  • die Aufstellung von Logistikbudgets,
  • die Überprüfung der Budgeteinhaltung einschließlich Abweichungsanalysen,
  • die Verbesserung der Effizienz und
  • die Beratung von Führungskräften im Logistikbereich.

Strategisches Logistikcontrolling

Aufgaben des strategischen Logistikcontrollings sind:

  • die Einbindung der Logistik in die strategische Planung,
  • die Dokumentation der strategischen Planungsparameter,
  • die strategische Kontrolle und
  • die Umsetzung der Strategien in die operative Logistikplanung.

Logistikkennzahlen

Das Logistikcontrolling verwendet Kennzahlen als Planungsinstrument und zur Kontrolle der definierten Ziele. Welche und wie viele Kennzahlen bestimmt werden, hängt dabei vom jeweiligen Unternehmen ab. Dabei sollte nicht nur die Unternehmenssicht abgebildet, sondern auch die Kundensicht der Berichtsempfänger berücksichtigt werden. Ebenfalls wichtig ist die richtige Mischung aus finanziellen und nicht-finanziellen sowie kurz- und langfristigen Kennzahlen. Kennzahlen, die im Logistikcontrolling verwendet werden, sind beispielsweise:

  • Warenannahmekosten pro Lieferung
  • Lieferfähigkeit
  • Liefertermintreue
  • Umschlagshäufigkeit
  • Lagerkostensatz
  • Lagerdauer
  • Lagerreichweite
  • Produktivitätskennzahl der Disposition

Kennzahlen alleine sagen allerdings noch nicht viel aus. Erst durch einen Betriebs- und Zeitvergleich können die richtigen Botschaften analysiert und interpretiert werden.

Instrumente für strategische Logistikplanung

Mit Hilfe adäquater Instrumente des Logistikcontrollings sollen die oben dargestellten Ziele und Aufgaben, wie z.B. die Informationsbereitstellung, unterstützt werden. Zu den Instrumenten der strategischen Logistikplanung zählen z.B.:

  • die Balanced Scorecard,
  • die SWOT-Analyse,
  • das Benchmarking,
  • das Target-Costing oder auch weniger populäre Instrumente wie
  • die lineare Optimierung und
  • Simulationsmodelle.

 

Die Balanced Scorecard (BSC) als eines der bekanntesten und beliebtesten Controlling-Instrumente betrachtet beispielsweise verschiedene Perspektiven der Leistungsbeurteilung. Einer der größten Vorteile der BSC ist die Verknüpfungsmöglichkeit mit anderen BSCs. Dies ist besonders nützlich, wenn die BSC für Logistik als Unterkarte der Unternehmens-BSC angeordnet werden kann. So sieht das Management auf einen Blick, ob die Logistik sich der Unternehmensstrategie anpasst und die gleichen Oberziele verfolgt werden.

Logistikkostenrechnung

Die Logistikkostenrechnung ist eines der grundlegendsten Instrumente des operativen Logistikcontrollings. Klassisch wird zum Großteil auf den Produktionsbereich geachtet, was allerdings bedeutet, dass lediglich die Einzelkosten erfasst werden und daher eine verursachungsgerechte Verteilung zu kurz kommt (s. Abb. 2 der Bilderreihe). In der Logistik fallen allerding überwiegend Gemeinkosten an. Daher ist es notwendig, Verrechnungssätze zu nutzen, die sich auf die Messung der Beschäftigung in den Logistikkostenstellen beziehen.

Bild: Hochschule Luzern (2017): Logistikcontrolling, ControllingWIKI online

Die Kostenrechnung hat zudem eine Außen- und eine Innensicht. Extern wird sie genutzt, um Adressaten Informationen zur Verfügung stellen zu können, intern, um sie als Planungs-und Kontrollinstrument einzusetzen.

Schlagworte zum Thema:  Logistik, Kennzahl

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