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Manche Unternehmen schaffen es immer wieder mit neuen Produkten Konsumentenherzen höherschlagen zu lassen. Interne Gremien in Unternehmen entscheiden darüber, welche FuE-Projekte gefördert werden und welche nicht. Doch wie treffen sie diese Entscheidungen? Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat die Entscheidungsmechanismen interner Gremien und deren Einfluss auf den Innovationserfolg analysiert.

Spagat zwischen Innovationsgrad, Machbarkeit und Kundenwünschen

Mit der Einführung des iPhones vor einigen Jahren hat Apple die Idee und das Verständnis von Smartphones und Musik grundlegend verändert und dem Unternehmen ein innovatives Image beschert - hohe Unternehmensgewinne inklusive. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, die richtigen Innovationen zur richtigen Zeit zu fördern. Entscheidungsträger in Unternehmen haben es dabei nicht leicht. Sie müssen zum einen die Machbarkeit von FuE-Projekten bewerten und zum anderen eruieren, was Kunden gefallen könnte. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Neuheit der Produkte.

Vier zentrale Erkenntnisse zur Innovationsförderung

Die Gewinner des diesjährigen 11. SITE Best Paper Award‘s, Thorsten Grohsjean und seine Co-Autoren Paola Criscuolo, Linus Dahlander und Ammon Salter haben sich in ihrer Arbeit mit den Auswahlprozessen zur Förderung von innovativen Projekten in Unternehmen auseinandergesetzt. Aus den Analysen konnten sie vier wesentliche Erkenntnisse ableiten:

  • FuE-Projekte mit einem mittleren Grad an Innovation erhalten die meiste interne Unterstützung.
  • Eine erhöhte Arbeitslast der Entscheidungsträger in Gremien führt dazu, dass weniger innovative Projekte gefördert werden.
  • Auswahlgremien mit einer größeren Vielfalt an Expertenwissen neigen häufiger dazu, innovative Projekte zu fördern.
  • Auswahlgremien tendieren zur Förderung von innovativeren Projekten, wenn die Bewerber nicht aus dem gleichen Standort stammen.

Impulse für innovative Entscheidungen

Die Wissenschaftler schlagen in ihrer Arbeit deshalb Maßnahmen vor, wie der Entscheidungsprozess bei der Auswahl von Innovationsprojekten belebt werden kann.

  • Innovations-Wettbewerbe fördern. Solche Events bieten der Kreativität genug freien Raum, um sich intensiv mit den Projekten auseinanderzusetzen.
  • Entscheidungsträger mit unterschiedlichem Expertenwissen in Form von internen oder externen Gruppen einbinden. Eine externe Gruppe könnten zum Beispiel die Kunden bilden (Link zu: Crowd-basierte Geschäftsmodelle).
  • Innovationskorb einführen: Entscheidungen für oder gegen die Förderung von Innovationsprojekten sollten erst dann getroffen werden, wenn eine gewisse Anzahl an Bewerbungen erreicht ist, anstatt eines regulären festen Termins für Entscheidungssitzungen.

SITE Best Paper Award 2016

Der Best Paper Award des Strascheg Institute for Innovation, Transformation & Entrepreneurship der EBS Universität wird seit 2006 für international herausragende Arbeiten, die sich praxisnah mit dem Thema Innovationsmanagement auseinandersetzen, vergeben. Auswahlkriterien sind neben der wissenschaftlichen Güte der Publikationen deren Praxisrelevanz und Anwendungsorientierung. Die Gewinner 2016 hatten sich im Vorfeld in den Augen der achtköpfigen Jury aus Wissenschaft und Praxis gegen eine hochkarätige Konkurrenz durchgesetzt und konnten schließlich auch in der Finalrunde überzeugen.

Quelle: Paola Criscuolo, Linus Dahlander, Thorsten Grohsjean and Ammon Salter: Evaluating novelty: the role of panels in the selection of R&D projects (2016); BPA 2016-Pressemittteilung

Schlagworte zum Thema:  Innovationsmanagement, European Business School(EBS), Projektmanagement

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