Kopf und Bauch? Wie das Gehirn Entscheidungen trifft
20.000 Entscheidungen pro Tag
Ein Mensch trifft jeden Tag bis zu 20.000 Entscheidungen, sagt man. Eine enorme Leistung! Angenommen Sie schlafen 8 Stunden pro Tag, dann haben Sie noch 16 Stunden Zeit, um all diese Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet: Alle 3 Sekunden entscheiden Sie sich. Vorausgesetzt, Sie würden jede Entscheidung bewusst und reflektiert treffen, dabei zwischen Alternativen und Konsequenzen abwägen: Ihr Gehirn wäre im Ausnahmezustand und Ihr Organismus völlig überlastet. Es ist also völlig klar, dass Sie das nicht kognitiv schaffen können.
Der „Bauch“ übernimmt die meiste Arbeit
Und das müssen Sie auch nicht. Den Großteil unserer Entscheidungen treffen wir nicht kognitiv-bewusst (oder „mit dem Kopf“), sondern automatisch-intuitiv („mit dem Bauch“). In unserem Gehirn benötigen bewusste Entscheidungen immer die Mitwirkung der Großhirnrinde. Je mehr aber Entscheidungen automatisiert werden, desto mehr arbeiten energieeffiziente Strukturen tief im Inneren des Gehirns. Diese Basalganglien arbeiten völlig unbewusst und übernehmen über 90 % unserer alltäglichen Entscheidungen.
Entscheidungen zu automatisieren hat zwei wichtige evolutionäre Vorteile
- Automatisieren spart Energie. Stellen Sie sich mal vor, welche Vorteile es früher hatte, als man jede Kalorie zum Überleben brauchte. Automatismen haben damals Leben gerettet (oder zumindest verlängert).
- Gerade in akuten Gefahrensituationen (Achtung! Ein Säbelzahntiger!) ist es überlebenswichtig, schnelle Entscheidungen zu treffen. Lange Entscheidungsprozesse können Leben kosten. Schnelle automatisierte Entscheidungen sehen wir auch bei Notfallplänen von Airlines oder bei Evakuierungen: Besser eine schnelle und brauchbare Entscheidung als eine perfekte, die zu spät kommt.
Automatisierte Entscheidungen erfolgen unbewusst
Automatisierte Entscheidungen besitzen noch eine andere wichtige Eigenschaft: Sie passieren ganz unbewusst, so dass wir oft gar nicht bemerken, dass wir uns gerade in einer Entscheidung befinden (oder gerade eine getroffen haben). Wir biegen zum Beispiel automatisch links ab (ohne zunächst eine Liste von Pro- und Contra-Argumenten angelegt zu haben, ob denn nun rechts oder links besser wäre). Andere Bauchentscheidungen sind uns ein wenig bewusster: Wir bemerken zum Beispiel, dass wir eine Entscheidung eigentlich schon getroffen habe (unser Gefühl sagt uns ganz deutlich: entscheide dich für diesen Mitarbeiter!), aber richtig erklären, warum wir uns so entschieden haben, können wir nicht. Oft fallen uns zwar Gründe ein, warum diese Entscheidung sinnvoll ist, aber das ist oft eher ein „Rationalisieren von Bauchentscheidungen“. Das bedeutet, wir finden Argumente für unser Gefühl, aber nicht, dass unser Gefühl notwendigerweise auf diesen Argumenten basiert.
Unser Gehirn versucht also ständig, Entscheidungsprozesse zu standardisieren und automatisieren – um den Energieverbrauch, den Aufwand, das Nachdenken so gering wie möglich zu halten. Unser Bewusstsein zieht sich durch dadurch immer mehr zurück.
Bewusste Entscheidungen benötigen die Großhirnrinde. Je mehr der Prozess jedoch automatisiert ist, umso mehr arbeiten unsere Basalganglien (unser unbewusstes Handlungsgedächtnis), und wenn diese übernehmen, umso einfacher und schneller wird es.
Manager wissen, dass Arbeitsteilung und Delegation wichtige Werkzeuge sind, um Projekte erfolgreich zu führen. Dasselbe gilt auch für Entscheidungen. Gute Entscheidungen basieren deshalb arbeitsteilig auf kognitiven und automatischen Prozessen.
In Kürze folgt: Können wir unserem Bauchgefühl bei Entscheidungen denn vertrauen?
Das könnte Sie auch interessieren:
Können wir unserem Bauchgefühl bei Entscheidungen vertrauen?
Entscheidungen treffen – und nichts geschieht: Wie Sie den Intention-Action-Gap vermeiden?
„Erfolgreich entscheiden kann erlernt werden.“
-
So führen Sie mehrere Excel-Tabellenblätter in einer Pivot-Tabelle zusammen
540
-
Diagramme mit gestapelten Säulen erstellen
387
-
Mit der Formel SUMME über mehrere Excel-Tabellenblätter schnell und einfach Werte addieren
358
-
Mit der Formel INDIREKT dynamische Zellen- und Bereichsbezüge erstellen
302
-
Mit den Formeln LÄNGE, LINKS, RECHTS Textbausteine aus Zellen extrahieren
271
-
Datumswerte in Pivot-Tabellen mithilfe einer Gruppierung zusammenfassen
233
-
EXCEL-TIPP: Mittelwert ohne Null ermitteln
185
-
Nur sichtbare Zellen in Excel auswählen
174
-
Wie Sie Datumsangaben in einer Pivot-Tabelle zum Filtern nutzen
141
-
Veraltete Werte aus den Filtern einer Pivot-Tabelle löschen
137
-
Wer hat Interesse an Beratung von internationalen Controlling-Experten? Und das honorarfrei!
26.02.2026
-
BI-Implementierung bei Georg Fischer: Von fragmentierter Planung zur integrierten Management-Suite
25.02.2026
-
Die neue Agenda der CFOs: Zwischen Risikoabwehr und Transformation
23.02.2026
-
Strategische Planung bei Uniper: von Excel zu SAC
19.02.2026
-
Transformation braucht Steuerung – und Controlling wird zur Erfolgsvoraussetzung
18.02.2026
-
Abwärtstrend im Finance-Arbeitsmarkt setzt sich fort – nur zwei Positionen im Plus
11.02.2026
-
7 Fehler, die jede BI-Einführung scheitern lassen
10.02.2026
-
Congress der Controller: Prepared for uncertainty - Strategien und Lösungsbeispiele (27./28.04.2026)
09.02.2026
-
Microsoft Copilot im Controlling: Assistenz oder Revolution?
05.02.2026
-
Der ICV trauert um Siegfried Gänßlen
04.02.2026