Bild: Corbis

Das Silicon Valley ist für viele das Synonym für erfolgreiche Start-Ups in der IT-Branche. Doch auch deutsche Existenzgründer können mithalten, wie der Wettbewerb „Entrepreneure des Jahres 2016“ von EY und manager magazin zeigt. Vor allem ein junges Team aus München begeistert mit neuen Lösungen im digitalen Zeitalter.

Durch die Digitalisierung sind Unternehmen heute in der Lage Unmengen an Daten zu erheben. Doch viele Unternehmen sind sich gar nicht bewusst, was welche Vorteile ihnen dieser Datenschatz bieten kann. Dafür hat die Celonis GmbH eine Lösung. Das Start-Up, 2011 in München gegründet, wurde diesen Herbst als Entrepreneur des Jahres in der Kategorie „Start-Up“ gekürt. Das Unternehmen betreibt Process Mining, d.h. es gräbt in den Daten von Unternehmen.

Datenbasierte Schwachstellenanalyse

Dazu geht das Unternehmen ähnlich wie traditionelle Beratungsunternehmen vor – nur, dass sie sich auf Daten konzentrieren und darüber „ihre Software laufen lassen“. Solche Daten werden in der Produktion, im Einkauf oder Vertrieb gesammelt und anhand mit dieser Software auf Schwachstellen analysiert. So kann Celonis beispielsweise aufzeigen, was die Ursache für eine bestimmte Lagerbestandshöhe ist oder warum Bestellprozesse so lange dauern. Mit diesen Ergebnissen sind die Unternehmen in der Lage, beachtliche Produktivitätsgewinne zu erzielen.

Expansion weltweit geplant

Die Branche des Process-Minings ist bis dato noch relativ klein und das Start-Up fast konkurrenzlos. Das Gründer-Trio aus München plant indes auch Märkte im Ausland zu bedienen. So ist einer der Gründer nach New York gezogen und hat bereits zehn Mitarbeiter eingestellt. Ein Büro in Singapur ist ebenfalls geplant. Ziel der Unternehmer ist es, den Status eines „Unicorn“ (Einhorn) zu erlangen. So werden Start-Ups genannt, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet werden.

Finalisten in der Kategorie Start-Up

Das Münchner Start-Up hat sich dabei gegen andere Finalisten durchgesetzt, die ebenso wie die jungen Unternehmer mit ihren kreativen Ideen die Jury begeistern konnten. Finalisten sind unter anderem

  • KIWIGRID, das intelligente Energiemanagementsysteme anbietet,
  • UNIQ, das unter anderem mit der Website urlaubsguru.de, einem Reisepreisvergleichsportal, erfolgreich ist sowie
  • THERMONDO, das Komplettpakete für Heizungsinstallationen anbietet.

Diese Unternehmen haben alle eines gemeinsam – sie nutzen neue Technologien und das Internet, um mit viel Originalität neue Produkte und Dienstleistungen für Konsumenten und Unternehmen zu entwerfen. 

Zur Studie

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und das manager magazin kürten bereits zum 20. Mal die Entrepreneure des Jahres. Aus knapp 60 Bewerbungen wurden 35 Finalisten ausgewählt, die von einer Jury in den vier Kategorien Start-Up, Industrie, Dienstleistung/IT und Konsumgüter/Handel bewertet wurden.

Schlagworte zum Thema:  Big Data, Digitalisierung

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