Welchen Herausforderungen müssen sich Finanzchefs derzeit stellen und welche Maßnahmen ergreifen sie dabei? Das hat die Managementberatung Horváth & Partners in ihrer CFO-Studie 2018 untersucht. Außerdem wurde analysiert, welche Initiativen es gibt, um die digitale Transformation erfolgreich im Unternehmen zu gestalten. 

Die digitale Transformation bringt einen tiefgreifenden strukturellen Wandel mit sich, der auch die Controlling-Abteilung in den Unternehmen nicht verschont. In diesem Zusammenhang wird oft von

  • den Veränderungen der Kompetenzanforderungen,
  • Robotics und
  • Cloud-Lösungen

gesprochen.

Entscheidungen werden bisher basierend auf unzureichender Datengrundlage getroffen

Für den Großteil der CFOs ist deshalb die Vorbereitung auf die digitale Transformation eine der herausforderndsten Aufgaben. Bereits jeder zweite Finanzchef (53%) beanstandet die fehlerhafte und fragmentierte IT-Landschaft im Unternehmen. Die häufig unvollständigen, unstrukturierten und teils fehlerhaften Daten entstehen hauptsächlich aus der Nutzung verschiedener Systeme und dem manuellen Konsolidieren verschiedener Datenquellen. Kai Grönke vom Competence Center "Controlling & Finance" von Horváth & Partners gibt in diesem Zusammenhang allerdings zu bedenken, dass es wahrscheinlich eine recht große Dunkelziffer an getroffenen Entscheidungen auf Basis dieser unzureichenden Datengrundlage gibt.

Umbruch der Finanzabteilung als größte Herausforderung

Die größte Herausforderung liegt laut der Umfrage allerdings in dem durch den digitalen Wandel hervorgerufenen Umbruch im Unternehmen und der Finanzabteilung. Auf Platz zwei landete mit rund 64% die Anpassung der CFO-Organisation an geänderte Geschäftsmodelle, die im Besonderen digitalisiert sind.


Maßnahmen, die im Zuge dessen auf der Agenda der Finanzchefs zur Bewältigung der Herausforderungen stehen sind u.a.:

  • Die Standardisierung und Automatisierung der Prozesse (94%),
  • Der Ausbau einer standardisierten und konsolidierten IT-Landschaft (89%) und
  • Konzernweit vereinheitlichte Datenmodelle (76%).

Entwicklung einer Big-Data-Strategie in nur wenigen Fällen

Das Ausmaß der Datenmengen steigt mit zunehmender Digitalisierung der wertschöpfenden und operativen Prozesse sowie des Marktumfeldes. Hinzu kommt die Integration zusätzlicher Datenquellen, wie beispielsweise die Implementierung von Predictive oder Advanced Analytics. Hilfreich sind die Technologien vor allem bei der Anreicherung der Informationsquantität und -qualität. Zwar sprechen sich 58% der befragten CFOs für die Erarbeitung einer Big-Data-Strategie aus, um Informationen künftig automatisiert und in Echtzeit zu erhalten, dennoch haben bisher lediglich 18% erste Schritte veranlasst oder zumindest mit der Erarbeitung eines Zielbildes begonnen.


Ebenso wichtig wie die Entwicklung neuer Strategien, ist die Aktualisierung bestehender Steuerungselemente. Die bisher verwendeten KPIs sind nicht mehr effektiv genug das Unternehmen erfolgreich zu steuern. Deshalb müssen auch vorhandene Kennzahlensysteme an die digitale Transformation im Unternehmen angepasst werden, um in Zukunft den Erfolgskurs beibehalten zu können.

Controller und CFOs brauchen neue Kompetenzen

Die enormen Datenmengen, die Entwicklung von Algorithmen und die entsprechende Analyse der Informationen erfordern neue Kompetenzen von den Controllern und CFOs. Die Rollen des Business Partners und Data Scientists nehmen an Bedeutung zu und werden zukünftig rund 40% des Aufgabenprofils ausmachen. Weitere Aufgaben werden zudem z.B. der Strategist und Business Developer (16%) oder der Performance Officer (17%) sein. Als Berater des Managements gibt der CFO Empfehlungen für strategische Entscheidungen. Eine Verknüpfung der CFO-Strategie mit der Unternehmensstrategie ist deshalb aus mehrfacher Sich vorteilhaft.

Neue Steuerungsmöglichkeiten durch die Digitalisierung

Abschließend kann zudem noch festgehalten werden, dass 97% der Befragten einen Wandel in der Unternehmenssteuerung von bisher reaktiv-analytisch zu künftig proaktiv-prognostizierend sehen. 92% der Finanzchefs gaben zudem an, dass sich durch die erhöhte Datenverfügbarkeit neue Steuerungsmöglichkeiten ergeben. Im vergangen Jahr waren erst 74% dieser Meinung. Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, sollten daher zu Gunsten der Steuerungszwecke ausgeschöpft werden.

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