Berichte mit Säulendiagrammen visualisieren und gestalten
Zeitverlauf von links nach rechts
Entsprechend der in unseren Kulturkreis gewohnten Leserichtung sollte der Zeitverlauf von links nach rechts dargestellt werden. Zeitverläufe in Form von Balkendiagrammen mit Leserichtung von oben nach unten oder umgekehrt erzielen in Eye-Tracking-Tests regelmäßig schlechtere Ergebnisse und sollten daher nicht verwendet werden.
Gestaltungsempfehlungen für Säulendiagramme
Bei Säulendiagrammen ist auf eine moderate Anzahl an zu visualisierenden Daten zu achten (z. B. 12 Monate), ansonsten sollten stattdessen Liniendiagramme herangezogen werden. Bei Säulendiagrammen steht eher die Ablesbarkeit konkreter Werte im Vordergrund, bei Liniendiagrammen liegt der Fokus (fast ausschließlich) auf dem Trend. Folgende Abbildung zeigt ein Beispiel eines wahrnehmungsoptimierten Säulendiagramms sowie in der Legende die entsprechenden Empfehlungen.
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Säulen direkt mit den entsprechenden Werten beschriften
Speziell bei Säulendiagrammen ist es oft von Bedeutung, die exakte Höhe der Säulen zu kennen. Anstatt einer vertikalen Achse sollte deshalb eine direkte Datenbeschriftung verwendet werden, um die Höhe eindeutig feststellen zu können. Die gleichzeitige Verwendung einer Achse mit vielen Intervallmarkern und einer direkten Datenbeschriftung verzögert die Lesezeit. Es werden unnötige Kontrollblicke getätigt, um feststellen zu können, ob die Achse und die Datenpunkte übereinstimmen.
Die Zahlenwerte sollten beim einfachen Säulendiagramm oberhalb der Säulen positioniert werden. Die Ausrichtung horizontal oder vertikal führt zu keinen signifikanten Änderungen in Effektivität und Effizienz. Da oft Platzmangel vorherrscht, und Zahlen mit zumindest vier Ziffern keine Seltenheit sind, kann man deshalb auf die vertikale Ausrichtung zurückgreifen. Damit stellt man sicher, dass sich Zahlenwerte nicht überschneiden und einwandfrei lesbar bleiben.
Tipp: Als Ergänzung zur direkten Datenbeschriftung können Sie eine Achse ohne Intervalle verwenden.
Wie oben beschrieben, benötigt ein direkt beschriftetes Säulendiagramm grundsätzlich keine Achse. Wenn jedoch bewusst betont werden soll, dass die Achse nicht abgeschnitten wurde, und damit das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Daten erhöht werden soll, kann eine Achse verwendet werden, allerdings nur mit Achsenanfangs- und -endwerten und ohne Intervallmarker und Hilfslinien (vgl. obiges Beispiel zum Säulendiagramm mit Anfangs- und Endwerten). Damit wird die Skalierung auf einen Blick ersichtlich, ohne zu sehr abzulenken.
Gestapelte Säulendiagramme
Eine Sonderform der Säulendiagramme sind gestapelte Säulendiagramme. Sie ergänzen die zeitliche Entwicklung um Strukturinformationen, wobei der Fokus auf der zeitlichen Entwicklung bleibt. Wichtig ist dabei, nicht mit zu vielen Farben aus dem ganzen Farbspektrum (z. B. blau, grün, gelb, rot etc.) sondern mit leichten, aber unterscheidbaren Farbabstufungen einer Grundfarbe zu arbeiten. Um trotzdem die Datenreihen eindeutig zuordnen zu können, empfiehlt sich neben der direkten Wertebeschriftung auch eine direkte Datenreihenbeschriftung in gleicher Farbe anstatt einer Legende. Damit wird nicht nur eine Verwechslung der Datenreihen vermieden, sondern auch der Abstand zwischen Daten und Beschriftung reduziert, wodurch sich die Wahrnehmungsgeschwindigkeit verbessert.
Wenn einzelne Segmente sehr klein sind und damit die Wertebeschriftung nicht mehr leserlich wäre, empfiehlt sich, diese Segmente gar nicht mit Zahlenwerten zu beschriften, um die gesamte Darstellung lesbar zu halten.
Zusätzlich gelten alle Empfehlungen, welche für die Gestaltung von Säulendiagrammen bereits erläutert wurden. Ein Beispiel für ein optimiertes gestapeltes Säulendiagramm zeigt folgende Abbildung:
Nachteile gestapelter Diagramme
Als wesentlicher Nachteil von gestapelten Diagrammen kann angesehen werden, dass die Entwicklung von nicht direkt auf der x-Achse liegender Werte, oftmals schwer einzuschätzen ist. Sind die Entwicklungen der Segmente wichtiger als die Gesamtentwicklung, sollte auf einen anderen Diagrammtyp zurückgegriffen werden (z. B. Small Multiples).
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