Die Beine einmal hochzulegen und zu enstspannen fällt Workaholics schwer. Bild: Haufe Online Redaktion

Wer nur noch Arbeit im Kopf hat, gefährdet seine Gesundheit, setzt seine sozialen Kontakte aufs Spiel und ist letztendlich eine Belastung für sein Arbeitsumfeld. Doch wie unterscheiden sich engagierte und hochmotivierte Mitarbeiter von süchtigen?

Der Übergang vom Arbeitseifer zum Arbeitswahn ist fließend. Deshalb lässt er sich schwer erkennen. Doch während sich der Eifer abstellen lässt, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht ist, ist bei Arbeitssüchtigen die Leidenschaft für die Arbeit unabhängig von konkreten Zielen, so Dr. Ute Rademacher, Professorin an der International School of Management (ISM) und Autorin des Buches „Arbeitssucht – Workaholismus erkennen und verhindern“.

Allein die Arbeit bringt Selbstbestätigung und Sinnhaftigkeit

Arbeitssucht lässt sich nicht an der Zahl der Arbeits- bzw. Überstunden erkennen. Wer arbeitssüchtig ist, sieht allein in der Arbeit seine Selbstbestätigung und Sinnhaftigkeit. Er erledigt seine Aufgaben mit aller Energie, kann schlecht abgeben und delegieren und ist meist kein guter Teamarbeiter.

Private Interessen und die Familie werden für die Arbeit hintenangestellt

Die nächste Stufe der Karriereleiter erreichen? Das kann ein konkretes Ziel sein, für das es sich lohnt, vorübergehend mehr zu arbeiten. Gibt es aber kein konkretes Ziel für Vielarbeit, sollte man als Vorgesetzter hellhörig werden, wenn ein Mitarbeiter ständig seine private Interessen und die Familie für die Arbeit hintenanstellt. Wird der übertriebene Arbeitseinsatz auch noch vehement gerechtfertigt, kann dies bereits ein Zeichen in Richtung Arbeitssucht sein.

Durch zwanghafte Haltung zur Arbeit entwickeln sich Abhängigkeitssymptome

Arbeitssüchtige leben ausschließlich für ihre Arbeit. Mit der Zeit entwickeln sich durch diese zwanghafte Haltung zu Leistung und Arbeit dieselben Abhängigkeitssymptome wie bei anderen Suchterkrankungen: Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und Dosissteigerung. Dieses dauerhafte Arbeiten auf Hochtouren gefährdet zudem die Gesundheit. Oft treten Herz-Kreislauf-Probleme oder Angststörungen und Depressionen als Folgeerkrankungen auf. Medizinisch gilt die Arbeitssucht allerdings nicht als eigenständige, anerkannte Krankheit.

Besser eine gesunde Einstellung zur Arbeit entwickeln und pflegen

Die Arbeitssucht eines Mitarbeiters wird spätestens dann für ein Unternehmen zum Problem, wenn die Arbeitsmotivation sinkt, die Zahl der Fehler steigt und das berufliche und private Umfeld mehr und mehr leidet. Professor Rademacher, selbst einige Jahre als Top-Managerin in international agierenden Unternehmen tätig, gibt in ihrem Buch Anregungen, wie man eine gesunde Einstellung zur Arbeit entwickeln und pflegen und dabei Spaß am Job haben kann.

Burnout-Prävention

Ein zentrales Thema in diesem Kontext aus Sicht des Arbeitgebers ist auch die Burnout-Prävention.

Schlagworte zum Thema:  Workaholic, Suchtprävention, Stress, Burnout

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