Gegen psychische Belastungen und Burnout gibt es viele Lösungsmöglichkeiten im Betrieb. Bild: Haufe Online Redaktion

Welche Rolle spielt der Arbeitgeber bei der Burnout-Prävention? Und auf welche Warnsignale sollten Arbeitnehmer achten?

70 % der Deutschen gehen gern zur Arbeit. Doch 64 % sagen auch, dass sie sich durch "zu viel Arbeit" gestresst fühlen. Und über 30 % fühlen sich sogar ausgebrannt, so der Stressbericht der Techniker Krankenkasse (TK). Wie oft Burnout in Deutschland vorkommt und was man dagegen machen kann, fasst ein Artikel der Wirtschaftswoche zusammen.

13 Mio. von Burnout betroffen

Schätzungsweise 13 Mio. Arbeitnehmer in Deutschland sind zurzeit von einem Burnout betroffen. Unbehandelt kann sich aus der Erkrankung ein chronisches Burnout entwickeln. Die Folge kann eine Frühverrentung sein. Diese hat in Deutschland wegen psychischen Problemen deutlich zugenommen und die Tendenz ist weiter steigend.

Arbeitgeber kann mit Krankenkasse und externen Experten zusammenarbeiten

Da ein Arbeitgeber anhand der Krankmeldung eines Mitarbeiters nicht erkennen kann, was die Ursache seiner Erkrankung ist, bleiben psychische Belastungen und ihre negative Folgen oft lange unerkannt. Allerdings kann der Arbeitgeber bei der Krankenkasse erfragen, aus welchen Gründen seine Mitarbeiter sich insgesamt krankmelden. Die Ergebnisse erhält er dann für alle Mitarbeiter anonymisiert. Zeigt sich, dass besonders viele wegen psychischen Problemen ausfallen, sollte sich das Unternehmen externe Hilfe holen.

Der Arbeitgeber muss psychische Belastungen ermitteln und darauf reagieren

Laut Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber bei Gefährdungsbeurteilungen auch psychische Belastungen ermitteln. Diese können z. B. durch Lärm im Großraumbüro entstehen, durch mangelnde Wertschätzung oder durch ständige Störungen etwa durch Kollegen, Kunden und Vorgesetzte. Wer selbst mittendrin steckt, kann zwar vielleicht das Problem benennen, aber noch lange keine Lösung entwickeln. Auch deshalb ist professionelle Unterstützung von Vorteil.

Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Krankheitssymptomen wird zu spät erkannt

Wenn psychische Belastungen dauerhaft stattfinden, kann dies irgendwann zur Überforderung führen. Wann genau weiß niemand. Und so passiert es, dass Betroffene oft zu spät einen möglichen Zusammenhang zwischen der psychischen Belastung und den Symptomen erahnen. Bei Anzeichen wie Unruhe, schlechtem Schlaf, langanhaltenden Nacken- oder Rückenschmerzen sollte beim Hausarzt abgeklärt werden, ob keine körperlichen oder organischen Ursachen dafür verantwortlich sind.

Betriebsrat kann zu betriebsinternen Lösungen beitragen

Wurde eine Erschöpfung diagnostiziert, sollte der Betroffene das Gespräch mit einem ausgebildeten Coach, Psychotherapeuten oder dem Betriebsrat suchen. Der Kontakt mit dem Betriebsrat kann vor allem auch dazu dienen, dass nach betriebsinternen Lösungen gesucht wird, wenn mehrere Beschäftigte im Unternehmen unter psychischen Belastungen leiden.

Beispiele, wie psychischen Belastungen begegnet werden kann

  • Mitarbeiter mit Führungsfunktion zum Coaching anmelden,
  • Führungskräfte im gesunden Umgang mit Mitarbeitern schulen,
  • Feedback und Wertschätzung in den Arbeitsalltag integrieren,
  • Aufgaben im Betrieb umverteilen,
  • Personal aufstocken oder
  • flexiblere Arbeitszeiten einführen.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Stress, Burnout

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