Tipps bei Lärmbelastung
Lärm ist nicht gleich Lärm. Vor allem wird derselbe Lärm von verschiedenen Kollegen unterschiedlich wahrgenommen. Der eine empfindet einen gewissen Geräuschpegel im Hintergrund eher angenehm, der andere braucht längere Phasen, in denen es ruhig ist. Ob sich jemand besonders gestört fühlt, hängt stark von der individuellen Lärmempfindlichkeit ab. "Das ist durchaus sehr unterschiedlich", sagt Gert Notbohm, Lärmexperte bei der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA), dem dpa-Themendienst anlässlich des Tages gegen Lärm am 24. April.
Informationsfetzen lenken besonders ab
"Wenn es nur ein Rauschen ist, stört es nicht so, wie wenn einzelne Geräusche herausstechen", so Notbohm. Dann hilft z. B. Musikhören über Kopfhörer. Damit können sich die Betroffenen von den Informationsfetzen abschirmen. "Dann ist der Schallpegel zwar der gleiche, aber es ist weniger störend", erklärt Notbohm.
Lärmbelastung im Großraumbüro: Ohrstöpsel können helfen
Wer nicht gerade Telefondienst hat, sollte regelmäßig Ohrstöpsel benutzen, sagt Martin Liedtke, Lärmexperte bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Die Geräuschkulisse dauernd auszublenden, koste Energie und führe dazu, dass viele Arbeitnehmer ermüden und Fehler machen.
In Großraumbüros werden 60 Dezibel oft überschritten
"Je höher die Konzentrationsanforderung ist, desto besser ist es für die meisten Leute, wenn es stiller ist", sagt Notbohm. Weitere Maßnahmen, die helfen können, sind:
- Kommunikationsregeln für das Büro,
- Gespräche so weit wie möglich in die Kaffeeküche verlegen,
- sich auf einen Zeitraum einigen, in dem Telefonate tabu sind,
- Rückzugsräume oder Räume für lange Telefonate schaffen.
Häufen sich die Beschwerden über zu starken Lärm im Großraumbüro, stimme wahrscheinlich mit der Akustik etwas nicht, so Notbohm. Dann könne über den Betriebsrat angeregt werden, das Büro schalldämpfend umzugestalten.
Wenn es im Großraumbüro zu ruhig ist, kann das auch als störend empfunden werden
Menschen vertragen komplette Stille nicht zwangsläufig besser als ein Hintergrundrauschen. "Totale Stille hat auch etwas Beunruhigendes", sagt Notbohm. Sie sei relativ lebensfern. Selbst auf dem Land gebe es ständig Geräusche, vom Vogelzwitschern bis zum Pfeifen des Windes.
"Leise Musik oder Naturgeräusche über das offene Fenster können sogar als angenehm empfunden werden", erklärt Liedtke. Problematisch sei jedoch, dass Arbeitnehmer im Großraumbüro häufig Gesprächsfetzen aufschnappten. Das lenke ab, weil dabei immer auch Informationen transportiert werden, die bei den Arbeitnehmern ankommen, ob sie wollen oder nicht. Bei monotonen Hintergrundgeräuschen sei das nicht so.
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