| Resilienz - was ist das eigentlich?

Aus Krisen gestärkt hervorgehen

Eine Krise kann auch eine Chance bedeuten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wenn sich im Büro ein Sturm zusammengebraut hat oder wenn der Zeitdruck einen in die Enge treibt, kann das einen erdrücken und krank machen. Wer die Belastung aber durchsteht und danach wieder tatkräftig ans Werk gehen kann, hat gelernt, mit Widerständen umzugehen.

Ähnlich einem Getreidehalm in Wind und Regen, das sich bei Sonnenschein wieder aufrichtet, können Menschen gestärkt aus psychischen Belastungen hervorgehen. Resilienz nennt man diese psychische Widerstandfähigkeit. Sie entsteht durch Krisen. Denn mit jeder gemeisterten Herausforderung entsteht oder festigt sich eine Bewältigungsstrategie, mit der man beim nächsten Mal eine ähnliche Situation schneller und schadloser übersteht.

Resilienz stärken: Eigene Ressourcen und soziale Netzwerke geben Kraft

Die psychische Widerstandsfähigkeit lässt sich auch präventiv stärken. Dazu sollte man seine persönlichen Fähigkeiten ausbauen und soziale Beziehungen pflegen. Denn die eigenen Ressourcen und die sozialen Netzwerke geben einem Kraft.

Positive Folgen einer Krise

Eine Krise bezeichnet ein Ereignis, bei dem das bisherige Verhalten infrage gestellt wird. Vertraute Bewältigungsstrategien reichen nicht mehr aus, sie müssen verändert werden.

Führt die Verhaltensänderung zu einem positiven Ergebnis, erweitert das die Bewältigungsmöglichkeiten. In späteren schwierigen Zeiten kann auf dieses neue Repertoire zurückgegriffen werden.

Das stärkt die Resilienz bereits im Vorfeld

Im Workshop bei der B.A.D.-Expertentagung in Köln gab die psychologische Beraterin Christine Kröger Tipps, wie Resilienz präventiv gestärkt und weiterentwickelt werden kann:

  1. Optimismus entwickeln: Dazu gehören eine positive Weltsicht und ein positives Selbstbild. Wichtig sind auch eine positive Sprache sowie Humor und Lachen.

  2. Akzeptanz fördern: Damit ist vor allem die Selbstakzeptanz gemeint. Mit dazu gehören auch die Einsicht, dass die Dinge so sind, wie sie sind, oder dass man die Ecken und Kanten anderer akzeptieren sollte.

  3. Lösungsorientierung anstreben: Erst wer erkennt, dass etwas nicht funktioniert, kann nach der Lösung suchen. Wer dabei eine konstruktive Sichtweise einnimmt, kann neue Optionen entwickeln.

  4. Selbstreflektiert handeln: Gerade wenn es stressig wird, vergisst man gerne, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Doch man kann seine Stimmungen selbst beeinflussen, z. B. durch die entsprechende Körperhaltung.

Mehr zum Thema "Umgang mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz" finden Sie auf unserer Themenseite.

Bettina Brucker M. A., freie Journalistin und Autorin

Resilienz, Psychische Belastung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Krise