Die Fehltage wegen psychischen Erkrankungen nehmen weiter zu. Die Krankenstands-Analyse 2016 der DAK von 2,6 Mio. erwerbstätig Versicherten zeigt, dass es noch nie zuvor in Deutschland so viele Ausfalltage wegen seelischen Leiden gab.

Bei den Frauen standen psychische Erkrankungen sogar erstmals an erster Stelle bei den Fehltagen. Bei den Männern waren weiterhin die Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) Spitzenreiter. Insgesamt sank zwar der Krankenstand, doch die Länge der Krankschreibungen nahm zu.

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MSE und psychische Erkrankungen führen die Liste der Fehltage an

Über 50 % aller Fehltage werden durch drei Krankheitsarten verursacht:

  • Rückenleiden bzw. Muskel-Skelett-Erkrankungen (22 %),
  • psychische Erkrankungen (17 %) sowie
  • Atemwegserkrankungen wie Schnupfen etc. (15 %).

Depressionen sind mit Abstand die häufigste Ursache

Angeführt werden die Ausfälle wegen psychischen Erkrankungen durch die beiden Diagnosen

  • Depressionen (114,4 Fehltage je 100 Versicherte) sowie
  • Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (45,5 Fehltage je 100 Versicherte).

Krankschreibungen wegen Burn-out sind dagegen seit 2010 rückläufig.

Krankschreibungen in 20 Jahren um das 3-Fache gestiegen

In den letzten 20 Jahren stieg die Zahl der Ausfalltage wegen psychischen Erkrankungen von 77 auf 246 je 100 Versicherte. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als das 3-Fache. Bei den Frauen waren es sogar 311 Tage und damit 60 % mehr als bei den Männern.

Dauer der Krankschreibung in einem Jahr um 3 Tage gestiegen

Auffällig bei der Analyse der Fehltage ist auch, dass die Krankschreibungen zwar etwas weniger geworden sind, die Dauer jedoch angestiegen ist. So dauerte eine Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung 2016 durchschnittlich 38 Tage, 3 mehr als 2015.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Erkrankung, Psychische Belastung