Nudging: So fallen gesunde Entscheidungen leichter

Treppen oder Aufzug, Gemüseauflauf oder Currywurst – eigentlich wissen wir, was die bessere Entscheidung ist. Doch die Macht der Gewohnheit oder Bequemlichkeit lassen uns die weniger gesunde Alternative auswählen. Mit Nudging lässt sich das ändern.

Heute ist es zu heiß, zu nass, zu kalt, um mit dem Fahrrad zu Arbeit zu fahren. „Das Schnitzel sah so lecker aus, aber jetzt fühle ich mich aufgeblasen, hätte ich doch lieber ...“ Ausreden oder ein schlechtes Gewissen, wer kennt das nicht? Meist sind es jahrelange Gewohnheiten, das Verhalten der Kollegen oder entsprechende Sprüche, die einen Dinge machen lassen, die nicht unbedingt gut tun.

An gesund kann man sich gewöhnen

Eine gesunde Entscheidung kostet oft Überwindung. Allerdings nur am Anfang. Wer immer die Treppe statt des Aufzugs nimmt oder wer mittags eine größere Portion Salat oder Gemüse statt Fleisch mit Beilagen isst, wird mit der Zeit nichts vermissen. Im Gegenteil: Die gesunde Lebensweise wird zur Gewohnheit und ungesunde Entscheidungen werden seltener.

Mit Tipps und Beispielen fällt die Umsetzung leicht

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) erklärt, wie sich gesundes Verhalten „anstupsen“ lässt ("Nudging"). Dafür finden sich im iga-Report Tipps, Checklisten und Fallbeispiele, die die Umsetzung von Nudging im Unternehmen erleichtern. Aufgezeigt wird auch das systematische Vorgehen mit Ziel-, Analyse-, Entwicklungs- und Evaluationsphase.

Nudging funktioniert auch in der Kantine

Ein einfacher Marketingtrick ist es, bestimmte Produkte im Regal in Sicht- und Greifhöhe einzuräumen. Damit lässt sich die Kaufentscheidung beeinflussen. Diese Strategie lässt sich auf das Kantinenangebot übertragen, indem gesunde Speisen griffbereit und gut sichtbar präsentiert werden, während der Kunde nach Speiseangeboten wie Currywurst mit Pommes fragen muss.

Sich bewusst und aktiv gegen etwas Gesundes entscheiden müssen

Sich aktiv gegen etwas entscheiden zu müssen, kennt man aktuell aus der Debatte zur Organspende. Das Prinzip lässt sich auch auf Angebote im betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) übertragen. So würde z. B. eine ganze Abteilung für ein Bewegungsprogramm angemeldet und jeder Mitarbeiter der Abteilung bekäme die Termine mitgeteilt. Die eigentliche Teilnahme bleibt ihm überlassen. Möchte er nicht daran teilnehmen, muss er allerdings selbst aktiv absagen.

Mit Nudging etwas für die Gesundheit am Arbeitsplatz zu tun

Kleine Veränderungen können Impulse für die richtige Entscheidung sein, wie weitere Beispiele aus dem iga-Report Nudging im Unternehmen - Den Weg für gesunde Entscheidungen bereiten zeigen:

  • Fahrrad statt Auto: Wandeln Sie einige Autoparkplätze in überdachte Fahrradabstellplätze um und richten Sie dabei auch gleich Ladestationen für E-Bikes ein.
  • Treppe statt Aufzug: Bringen Sie im Treppenhaus einen Buzzer an. Für jedes Auslösen des Buzzers wird eine kleine Summe Geld auf ein Konto gutgeschrieben. Der Betrag wird nach einer gewissen Zeit z. B. an ein Kinderhilfswerk gespendet.
  • In der Kantine: Markieren Sie Lebensmittel mit roten, gelben oder grünen Punkten. Das Ampelsystem ist allen vertraut und jeder weiß, dass der Griff nach Grün gesund ist.
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