Wer erreichbar ist, muss nicht krank werden
Ständige Erreichbarkeit bietet Chancen und Risiken für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Laut einer Befragung des Informationsdienstes Bitcom sind 74 % der deutschen Erwerbstätigen außerhalb der regulären Zeiten für die Arbeit erreichbar. Um dabei gesund zu bleiben plädiert Dr. Susanne Roscher von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) für klare Absprachen und Regelungen im Unternehmen.
An Manager werden andere Erwartungen gestellt als an Mitarbeiter
Besonders wichtig und jederzeit umsetzbar sind beim Thema Erreichbarkeit klare Regeln und Transparenz. So ist es durchaus normal, dass ein Manager auch nachts und am Wochenende für die Firma aktiv ist. Seine Mitarbeiter müssen aber wissen, dass das von ihnen nicht erwartet wird.
Klare Regeln für die Erreichbarkeit vereinbaren
Dr. Roscher erklärte bei einem Interview auf der A+A in Düsseldorf, welcher Fehler häufig gemacht wird und wie er sich lösen lässt. So werden in Unternehmen oft Dienst-Smartphones eingeführt, ohne dass man sich darüber verständigt, wie sie eingesetzt werden sollen. Schreibt dann der Chef am Sonntagabend eine Nachricht, geht der Mitarbeiter davon aus, dass er darauf umgehend antworten muss. Daraus ergibt sich schnell eine negative Belastung in Form des „ungeschriebenen Gesetzes“, immer sofort antworten zu müssen. Wenn man im Betrieb allerdings darüber spricht, stellt sich heraus, dass das gar nicht erwartet wird. Spätestens jetzt muss man Absprachen zur Erreichbarkeit treffen.
Wissenschaftler forschen nach Lösungen, die den Stress mindern sollen
Da das generelle Abschalten des E-Mail-Servers, wie es einige Unternehmen praktizieren, nicht für jeden im Betrieb sinnvoll ist, suchen Wissenschaftler aus verschiedenen deutschen Instituten und Universitäten im Forschungsprojekt SANDRA nach arbeitnehmerfreundliche Lösungen.
Schulungskonzept für den gesunden Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln
Die Projektpartner erarbeiten unter Berücksichtigung von Arbeitsschutz und Datenschutz Ansätze, wie das Thema Erreichbarkeit organisatorisch gelöst werden kann. Außerdem soll ein Schulungskonzept für den gesunden Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln geschaffen werden.
Erreichbarkeits-Assistent soll Arbeitnehmer entlasten
Als technische Lösung soll ein Erreichbarkeits-Assistent entwickelt werden. Dieser soll auf Basis künstlicher Intelligenz eingehende Anrufe und E-Mails ablehnen bzw. verzögern, um den Beschäftigten unterbrechungsfreie Ruhezeiten zu ermöglichen.
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.590
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
9381
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
665
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
276
-
Weniger Sicherheitsbeauftragte: Neuer Schwellenwert beschlossen
200
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
197
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
180
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
175
-
Wie viele Schritte soll man am Tag gehen
1453
-
Dürfen Mitarbeiter frei bestimmen, wie sie ihre Pause verbringen?
124
-
Aktualisierung DGUV Information 205-040: Brandschutz Prüffristen
29.04.2026
-
Welttag Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2026
28.04.2026
-
Digitale Prävention: Vorausschauende Sicherheit mit KI und AR
27.04.2026
-
Was die Cannabis-Legalisierung brachte
20.04.2026
-
KI im Bauwesen und ihre Folgen für den Arbeitsschutz
16.04.2026
-
DGUV Regel 115-401: Neue Regeln für Büroarbeitsplätze
15.04.2026
-
Elektromagnetische Felder: DGUV Vorschrift 15 außer Kraft
14.04.2026
-
Muskuloskelettale Erkrankungen: Hauptursache für Fehlzeiten
13.04.2026
-
Aachener Modell: Gewaltprävention im Betrieb
09.04.2026
-
Quiet Cracking: Ursachen und was Führungskräfte tun
08.04.2026